Teju Cole sei mit Open City ein überragendes Erzähldebüt gelungen." Der in den USA lebende, aus Nigeria stammende „Afropolitan“ schickt seinen Romanhelden Julius in New York auf den Weg der Selbstfindung: Die Topographie Manhattans abschreitend, rekapituliert er Stationen seines Lebens. Aspekte der Gewalt und Multikulturalität sowie Anleihen aus Literatur und Philosophie umkreisen die Frage nach der Möglichkeit friedlichen Zusammenlebens in der Differenz. Coles detailgenaue, rhythmisierte Prosa erzeugt einen Sog, der den Leser mitnimmt und überzeugt. Sein Buch besticht durch den existenziellen Ernst und die Wahrhaftigkeit des Erzählers, der jenseits kultureller Klischees wie ein Medium die Konflikte der globalisierten Welt registriert", heißt es in der Begründung der Jury.
Christine Richter‐Nilssons Übersetzung fange "die Musikalität des Romans, die sich", lobt die Jury.
Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro für den Autor und 10.000 Euro für die Übersetzerin dotiert und wird ihm Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im HKW am 12. Juni überreicht. Zugleich findet eine „Lange Nacht der Shortlist“ statt, in der die übrigen Nominierten – Valeria Luiselli, Andrej Bitow, Zhakar Prilepin und Jean Rolin – präsentiert werden.