Johann-Heinrich-Merck-Preis an Wolfram Schütte

"Plädoyers für die Autonomie der Kunst"

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Wolfram Schütte erhält Johann-Heinrich-Merck-Preis 2013 für literarische Kritik und Essay. Preisstifter Merck erhöht das Preisgeld auf 20.000 Euro, die Preisverleihung findet am 26. Oktober in Darmstadt statt.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2013 an den Journalisten Wolfram Schütte.

In der Begründung der Jury heißt es: "Als langjähriger leitender Feuilletonredakteur der Frankfurter Rundschau hat er die geistige Landschaft der Bundesrepublik mitgeprägt, indem er seit 1967 der konservativen Deutungshoheit über den Kanon der deutschen Literatur neue Lesarten entgegengesetzt und das Feuilleton für Kunstformen wie den Film geöffnet hat." In seinen Texten verbinde sich eine stupende literarische Bildung mit einer präzisen Wahrnehmung des wirklich Neuen und Originären. "Sie sind Plädoyers für die Autonomie der Kunst und doch immer mit einem wachen politischen Bewusstsein geschrieben. Wolfgang Schüttes Arbeiten erinnern daran, was das Feuilleton zu leisten vermag."

Wolfram Schütte lebt in Frankfurt am Main, wo er 1939 auch geboren wurde. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie wurde er 1967 Redakteur bei der "Frankfurter Rundschau", für deren Feuilleton er über dreißig Jahre lang Literatur- und Filmkritiken schrieb. Bei der FR leitete er zuletzt das Ressort "Zeit + Bild". Neben seiner journalistischen Arbeit ist unter anderem Mitherausgeber und Autor der "Reihe Film" gewesen, die 45 Bände umfasst. Zudem arbeitete er essayistisch etwa über Arno Schmidt, Jean Paul, Heinrich Mann, Herman Melville und Martin Walser. Seit 2001 war er Kolumnist beim www.TITEL-Magazin.de, ab 2013 bei www.CULTurMAG.de, wo er bis heute regelmäßig Kommentare, Essays und Rezensionen veröffentlicht. Wolfram Schütte wurde 1995 mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Der Preis wird am 26. Oktober 2013 zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis in Darmstadt vergeben. Der Preisstifter, das in Darmstadt ansässige Unternehmen Merck, hat ab 2013 die Dotierung des Johann-Heinrich-Merck-Preises von 12.500 auf 20.000 Euro erhöht.

Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay wird seit 1964 verliehen und seither von dem Unternehmen Merck KGaA, Darmstadt, finanziert.