Stiftung Ravensburger Verlag vergibt Preise für 35 Schulprojekte

Kunst ohne Notendruck

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Finanzspritze von 83.000 Euro: Die Stiftung Ravensburger Verlag fördert im nächsten Schuljahr Projekte an 20 allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg und 15 Schulen in Sachsen-Anhalt. Das Geld soll in Kunstprojekte fließen, um die künstlerischen Talente der Kinder zu entfalten.

Die bewilligten Förderbeträge liegen zwischen 890 und 3.000 Euro, teilt die Stiftung mit. Mehr als die Hälfte der Förderanträge wurden bewilligt: Es hatten sich 33 Schulen in Baden-Württemberg und 23 in Sachsen-Anhalt beworben.

Das Förderprogramm der Stiftung für 3. bis 6. Klassen aller öffentlichen und privaten Schularten wurde zum dritten Mal aufgelegt: dreimal in Baden-Württemberg, einmal je in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt. Insgesamt wurden bisher durch die Stiftung 92 Kunstprojekte aufgrund von 273 Bewerbungen gefördert.

Ästhetische Bildungsangebote für 8- bis 12jährige Kinder
„Wir waren überrascht und erfreut, dass so viele Einsendungen eine hohe Qualität aufweisen“, erklärte die Vorsitzende der beiden Jurys, Kunsterzieherin und Konrektorin Gudrun Teumer-Schwaderer. „Schulen verspüren offenbar ein Bedürfnis, ihre Außenbeziehungen zu erweitern. Häufig bezogen die Anträge die schulische Umgebung, die Natur, die kulturellen Angebote von Museen, die Künstler und Experten aus Kinderkunstschulen in ihre Anträge ein.“

Stiftung kritisiert den Leistungsdruck an Schulen
„Künstlerisch-ästhetisches Lernen hat eine besondere Bedeutung für die individuelle Entwicklung von Kindern und für den Erwerb kultureller Bildung“, erläutert die Vorsitzende der Stiftung Ravensburger Verlag, Dorothee Hess-Maier das Engagement der Stiftung. „Leider gibt es auf diesem Gebiet immer noch Defizite, weil in den meisten Schulen kognitive Inhalte im Vordergrund stehen. Nicht selten geht es sogar in den musischen und sportlichen Fächern nur noch um Leistung. Die Teilnahme an einem künstlerischen Projekt außerhalb des Pflichtunterrichts kann dazu beitragen, dass die Jungen und Mädchen ohne Leistungsdruck kreativ sein können. Es ist eine besondere Chance, und ich freue mich, dass Kunstlehrer sie wahrnehmen.“