Gustav-Heinemann-Friedenspreis an Anna Kuschnarowa

Bewegende Beschreibung eines afrikanischen Flüchtlingsschicksals

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Der "Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher" geht in diesem Jahr an die Leipziger Schriftstellerin Anna Kuschnarowa für ihr Buch "Kinshasa Dreams" (Beltz) über ein afrikanisches Flüchtlingsschicksal. Das teilte die Landeszentrale für politische Bildung in NRW mit.

"Anna Kuschnarowa beschreibt auf bewegende Art die Situation von Flüchtlingen und das Schicksal von Afrikanern, die in die Illegalität und in ein Schattendasein auf einem fremden Kontinent fliehen müssen, weil sie in ihren Heimatländern bedroht werden", erklärte Jugendministerin Ute Schäfer.

Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis ist die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher mit friedenspolitischem Inhalt. Der Preis der nordrhein-westfälischen Landesregierung erinnert an das couragierte Engagement des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und wird in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben. Er ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 11. Dezember in Berlin statt.

"Kinshasa Dreams" spielt zunächst in Afrika. Der Roman thematisiert das Schicksal des jungen Kongolesen Jengo, der bei seinen abergläubischen Verwandten aufwächst, nachdem seine Mutter ihn und seine Geschwister im Stich gelassen hat. Als mutmaßliches Hexenkind entzieht er sich durch seine Flucht einer Geisteraustreibung. Doch er glaubt an seinen Kindheitstraum, ein guter Boxer zu werden. Und das will er in Europa verwirklichen.

Anna Kuschnarowa, 1975 in Würzburg geboren, studierte Ägyptologie, Germanistik und Prähistorische Archäologie in Leipzig, Halle/Saale und Bremen. Sie unterrichtete zehn Jahre an mehreren deutschen Hochschulen. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt Gender-Themen. Derzeit arbeitet sie als freie Autorin und Fotografin.

Kinshasa Dreams ist im Verlag Beltz & Gelberg (379 Seiten) erschienen. Das Buch wird für Jugendliche ab 13 Jahre empfohlen.