Joachim Kersten hat sich mit seinem Werk gegen rund 2.000 Titel der Literatur mit Hamburg-Bezug aus dem Zeitraum September 2011 bis Ende 2012 durchgesetzt, heißt es in der Presseinformation. Davon hatten es sieben Werke auf die Shortlist geschafft.
Die Jury würdigte beim Siegertitel die lebendige Darstellung "von einem guten halben Jahrhundert versunkenes Hamburg". Kerstens eindrucksvolle Collage aus Text- und Fotodokumenten, Briefen und Tagebüchern beleuchte die Kindheit und Jugend von Arno Schmidt in Hamburg-Hamm, sowie spätere Erinnerungen an die Stadt. Bemerkenswert sei die Darstellung Hamburgs aus der Perspektive der erzählenden Figuren - der Herausgeber und Schmidt-Kenner Joachim Kersten tritt zurück und ist nicht Kommentator, sondern findiger Collageur. Er versammelt alles an Hamburg-Bezügen des Schriftstellers, Werkausschnitte, Erinnerungstexte der Mutter und das "Porträt einer Klasse", von Mitschülern verfasst, und macht das Werk damit, so die Laudatio, zu einem "kraftvollen und satten Hamburgintensiv-Buch".
Die Preisverleihung startete mit einem Grußwort der Zweiten Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Dorothee Stapelfeldt. Musikalisch wurde sie umrahmt von dem Chor Schola Cantorosa, moderiert von Theo Sommer, Editor-At-Large der "Zeit". Der Buchpreis der Staatsbibliothek ist mit 5.000 Euro dotiert und wird mit Unterstützung der ZEIT-Stiftung und der Hamburger InnenWerbung ab sofort einmal jährlich verliehen, teilte die Staatsbibliothek mit.