In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk habe er die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert. Seine Gedichte lebten aus einer sensiblen, sinnlichen, neugierigen Weltzugewandtheit und einer vollendeten, dabei ganz unaufdringlichen Sprachkunst. Bei aller bildlichen Brillanz und aller Lust am leuchtenden Detail der umgebenden Natur erkundeten sie stets eine von den Spuren der Geschichte und ihren Katastrophen gezeichnete Landschaft.
Jürgen Becker, geboren am 10. Juli 1932 in Köln, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Köln und Erfurt. 1959 begann er für den WDR zu arbeiten, danach war er für die Verlage Rowohlt und Suhrkamp tätig. Von 1974 bis 1994 leitete Becker die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks in Köln. Er ist verheiratet mit der Malerin Rango Bohne und lebt in Köln und Odenthal. Seine ersten Prosabände „Felder" (1964) und „Ränder" (1968) machten Becker zunächst als Autor experimenteller Texte bekannt, bevor er als Lyriker hervortrat. Zu seinem umfangreichen, viel beachteten lyrischen Werk gehören unter anderem die frühen Bände „Das Ende der Landschaftsmalerei" (1974) und „In der verbleibenden Zeit" (1979), die Erinnerungen an seine ostdeutsche Kindheitslandschaft „Foxtrott im Erfurter Stadion" (1993), „Journal der Wiederholungen" (1999) und „Dorfrand mit Tankstelle" (2007). Zuletzt ist erschienen: „Scheunen im Gelände. Gedichte mit Collagen von Rango Bohne" (2012). Sein Werk ist im Suhrkamp Verlag erschienen.
Er wurde als Lyriker, Hörspiel- und Prosaautor vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Peter-Huchel-Preis (1994), den Uwe-Johnson-Preis (2001), den Hermann-Lenz-Preis (2006) und den Günter-Eich-Preis (2013). Er ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.