Zu "aus Papier" urteilt die Jury: "Kenah Cusanits Texte, mit suggestiven Klangmustern und Binnenreimen gesättigt und Techniken visueller Poesie einbeziehend, bewegen sich auf zwei Ebenen: Auf den ersten Blick von archetypischen Erlebnissen von Natur- und Häuslichkeit inspiriert, bearbeiten sie in ihrer Tiefenstruktur – u. a. mittels eines Geflechts von intertextuellen und intermedialen Anspielungen – psychologische Funktionsweisen des Erinnerns und die spannungsvolle Binomie des Vertraut-Eigenen und des Fremden."
Das Urteil der Jury zu "Durch frühen Morgennebel" von Manuel Niedermeier: "Der Leitgedanke des Romans ist die Frage, ob es so etwas wie eine Inhumanität des Darstellbaren gibt." Besonders gelungen sei nicht nur der Zusammenhang von Bildlichkeit und Sprache, sondern auch das Wechselspiel von Be- und Entschleunigung. Beide Komponenten trügen zu einer engen Verschränkung von Form und Inhalt bei, die insbesondere für ein Debüt als äußerst gelungen hervorzuheben seien.
Bei "Der Trost von Telefonzellen" von Joshua Groß war sich die Jury einig, dass der 1989 geborene Autor erkennbares Potenzial und ein "sehr junges, sehr verrücktes, überschäumendes Buch" vorgelegt habe. Der Roman strebe eine eigene Ästhetik an, die in der Tradition der Beatliteratur gründet und diese mit aberwitzigem Einfallsreichtum für ein fabelhaftes, rasantes Roadmovie und Zeitporträt nutze.
Bei "Tonspur – wie ich die Welt von gestern verließ" von Luchterhand Literaturverlag-Lektorin Susanne Krones würdigte die Jury das Buch als eine nicht alltägliche Collage und Zeitdokument, das jungen wie älteren Lesern zu empfehlen sei. Sie führe auf der Folie eines Einzelschicksals die graue Wirklichkeit des Unrechtsstaates DDR eindrucksvoll vor Augen, indem sie eigene Erzählteile, in denen sie mögliche Flucht- und Erlebnissituationen des Olaf Hintze beschreibt, mit dessen Fotos, handschriftlichen Notizen und Dokumenten montiere.