Ende des Konditionenstreits

Amazon einigt sich mit Hachette

3. Juli 2015
von Börsenblatt
Amazon und die Hachette Book Group haben ihren monatelangen Konditionenstreit beendet − und sich in einer für mehrere Jahre geltenden Vereinbarung geeinigt. Das gaben die beiden Unternehmen am 13. November bekannt. Details wurden nicht genannt.

Die Vereinbarung soll sowohl die Konditionen für gedruckte Bücher als auch für E-Books auf dem US-Buchmarkt abdecken. Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis, berichtet etwa die "New York Times". Hachette werde durch den Deal erlaubt, für seine E-Books selbst die Preise zu setzen. Eine ähnliche Übereinkunft hatte Amazon kürzlich auch mit Simon & Schuster getroffen. Nach einer Presseinformation von Lagardère, dem Mutterunternehmen der HBG, treten die neuen Konditionen für E-Books Anfang 2015 in Kraft.

Durch die Vereinbarung würden die Hachette-Autoren in den kommenden Jahren profitieren, so der Hachette-CEO Michael Pietsch: "It gives Hachette enormous marketing capability with one of our most important bookselling partners". Amazon und Hachette erklärten zudem, dass man unverzüglich wieder "normale Handelsbeziehungen" aufnehmen werde.

Im monatelangen Konditionenstreit versuchte Amazon bei Hachette und anderen Verlagen, etwa auch bei der Bonnier-Gruppe in Deutschland, bessere E-Book-Rabatte für sich durchzusetzen. Als Druckmittel lieferte der Online-Händler die Titel der Verlage verzögert aus. Seit dem Frühjahr stieß dieses Vorgehen auf heftige Kritik in der Buchbranche und der öffentlichen Meinung − in den USA ("Authors United") und Deutschland (Initiative "Fairer Buchmarkt") etwa schlossen sich Tausende Autoren zum Protest gegen Amazon zusammen. Der Börsenverein reichte im Juni beim Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen Amazon ein, im Sommer leitete auch die EU-Kommission Vorermittlungen ein.

Im Oktober vereinbarte Amazon in Deutschland bereits mit Bastei Lübbe und Bonnier ebenfalls mehrjährige Verträge über die Konditionen. 

Update 14. November: Das Branchenmagazin "Publishers Weekly" hat erste Stimmen zur Vereinbarung in einem Artikel zusammengefasst: "Amazon-Hachette Deal: The Reaction".