Salzburger Kulturfonds ehrt Jochen Jung

Lektor, Verleger und Autor in Personalunion

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Jochen Jung, der Gründer und Verleger des Jung und Jung Verlages, hat Anfang Dezember für sein Lebenswerk den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Salzburger Kulturfonds erhalten.

"Wie viele Personen verbergen sich unter dem gemeinsamen Pseudonym Jochen Jung?", fragt Karl-Markus Gauß in seiner Würdigung. Und antwortet gleich: "Mindestens drei, von denen eine jede über die Jahrzehnte Erstaunliches geleistet hat. Da ist der Lektor, der viele Jahre die österreichische Literatur nicht nur begleitet, sondern ihr und ihren Autoren Ansehen verschafft hat. Dann der Verleger, der in einem Alter, in dem andere in Pension gehen, einen eigenen Verlag gegründet und mit ihm Erstaunliches zuwege gebracht hat. Und natürlich der Schriftsteller, der in Feuilletons die Zumutungen und die Glücksmomenten des Alltags bannt und in Romanen und Novellen geradezu charmant und mit leichter Hand von den großen Themen der Menschen erzählt."

Jochen Jung, geboren 1942 in Frankfurt am Main, studierte Germanistik und Kunstgeschichte, promovierte an der Universität München. Ab 1975 war er im Residenz Verlag tätig, zunächst als Lektor und von 1983 bis 2000 als Geschäftsführer. Im Jahr 2000 gründete er seinen eigenen Verlag Jung und Jung in Salzburg. Zwei seiner Autorinnen − Melinda Nadj Abonji (2010) und Ursula Krechel (2012) − gewannen den Deutschen Buchpreis.

Jung ist neben seiner verlegerischen Tätigkeit Verfasser von erzählerischen Werken und Herausgeber zahlreicher Anthologien und schreibt regelmäßig für deutsche und österreichische Tages- und Wochenzeitungen. Den Lesern des Börsenblatts und von boersenblatt.net ist er durch seine Gastspiele bekannt. Zudem ist er Mitbegründer und Mitkurator des Literaturfestes Salzburg.

Der Salzburger Kulturfonds hat diesen und weitere Preise am 1. Dezember überreicht.