Najem Wali thematisiere in seinem Roman "Bagdad Marlboro" die nationalen Traumata der kriegsgeschädigten Iraker und erzähle die Geschichte zweier Soldaten, die zum Töten gezwungen werden und einen Weg der Läuterung suchen, so die Jury. Dabei strebe der Roman mit seiner doppelten Perspektive − aus irakischer und amerikanischer Sicht − nach einer ausgewogenen Betrachtung der Vorgänge im Irak.
Der
Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird jedes Jahr vom Karl-Renner-Institut in Kooperation mit der sozialdemokratischen Bildungsorganisation verliehen. Mit diesem Preis wird im Sinne des Lebenswerks Bruno Kreiskys "politische Literatur geehrt und gefördert, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz, Kampf gegen Rechtsextremismus und für die Freiheit der Kunst einsteht", heißt es auf der Website des Renner-Instituts. Neben dem Hauptpreis werden auch Preise für ein publizistisches Gesamtwerk, Anerkennungspreise und ein Verlagspreis vergeben.
Die Preisträger 2014:
- Hauptpreis für das Politische Buch 2014: Najem Wali für "Bagdad Marlboro" (Hanser, 2014).
- Preis für das publizistische Gesamtwerk (7.000 Euro): Gudrun Harrer. Die Nahostexpertin wird für ihre fundierte Publikationstätigkeit als Autorin und Journalistin, mit der sie maßgeblich zum Verstehen der Geschehnisse im arabischen Raum beiträgt, ausgezeichnet.
- Anerkennungspreise (je 2.500 Euro):
Peter Ulrich Lehner: "Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals. Ereignisse, Gestalten, Orte, Spuren in einem Wiener ArbeiterInnenbezirk" (Mandelbaum Verlag, 2014).
Johann Skocek: "Mister Austria. Das Leben des Klubsekretärs Norbert Lopper. Fußballer. KZ-Häftling. Weltbürger" (Falter Verlag, 2014).
- Der Preis für besondere verlegerische Leistungen (2.500 Euro) geht an den Kärntner Wieser Verlag, der auf Literatur aus dem europäischen Osten spezialisiert ist.