Antiquariat

Ausblick auf 2019

Was bringt das neue Jahr für Antiquarinnen und Antiquare? Messen, Gemeinschaftskatalog, Warenpost international, Fortbildung etc.

Die weltweiten Protestaktionen von Antiquarinnen und Antiquaren gegen Abebooks schlugen Ende Oktober und Anfang November 2018 hohe Wellen (auf boersenblatt.net wurde darüber ausführlich berichtet) – inzwischen hat sich die Lage aber längst wieder beruhigt. Welchen Stellenwert nimmt die "Unabhängigkeitsfrage" im Antiquariat 2019 ein – gemeint ist natürlich die Unabhängigkeit von den großen Verkaufsportalen von Abebooks bis Ebay? Die Antwort auf die Frage scheint derzeit völlig offen, und das ist vermutlich kein positives Signal.

Wesentlich erfreulicher sieht es auf dem Gebiet des Messewesens aus: In wenigen Tagen eröffnen die Antiquariatsmessen in Ludwigsburg und Stuttgart das Messejahr (vom 24. bis 26. Januar bzw. 25. bis 27. Januar) – mit einem attraktiven Rahmenprogramm und zusammen 126 Ausstellern (siehe hier und hier). Das ist, wie berichtet, ein leichter Anstieg der Ausstellerzahl gegenüber 2018.

Auch für die 25. Leipziger Antiquariatsmesse in der Leipziger Buchmesse (vom 21. bis 24. März) haben sich wieder mehr Aussteller angemeldet als 2018 (da waren es nur noch 39). Unter den knapp 50 auf der Veranstalterwebsite aufgeführten Ausstellern (siehe hier) sind unter anderem auch Antiquariate aus Tschechien und der Slowakei, die man sonst nicht auf deutschen Messen sieht.

Auf alle Buchhändler, die regelmäßig Bücher ins Ausland versenden, kommen im neuen Jahr nicht unerhebliche Änderungen zu: Die Deutsche Post hat zum 1. Januar den Tarif Buch international abgeschafft, für gewerbliche Kunden wird er ersetzt durch den Tarif Warenpost international. Der Berliner Antiquariatsbuchhändler Knut Ahnert bringt die dadurch entstehenden Schwierigkeiten auf den Punkt: "Der Wegfall von Presse und Buch zum Kilotarif (mit grammgenauer Abrechnung) verteuert den Auslandsversand bis zu 40 Prozent – das wird hauptsächlich den Versand von Artikeln im unteren Preissegment treffen. Warenpost International funktioniert beim Versand von Leichtgewichten ohne höheren Wert – also wenig brauchbar."

Antiquariatstage sind unter anderem in Braunschweig (9. März; siehe hier) und Regensburg (9. März; siehe hier) sowie in Frankfurt am Main (14. April; siehe hier) und Bochum-Wattenscheid (10. November; siehe hier) geplant.

Voraussichtlich im Frühsommer (Mai/Juni) wird es einen neuen Gemeinschaftskatalog der Antiquare der Genossenschaft der Internet-Antiquare (GIAQ) geben, den zehnten seit 2009 – vorausgesetzt natürlich, dass sich wieder eine ausreichende Teilnehmerzahl findet (2017 und 2018 gab es jeweils 57 Katalogteilnehmer). Spürbaren Rückenwind für dieses wichtige Branchenprojekt bedeutete Laura Henkels positive Besprechung des neunten Katalogs in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Juli 2018 (siehe hier), die nach Auskunft der GIAQ zu sehr zahlreichen Kataloganforderungen neuer Interessenten geführt hat.

Das seit 1971 bestehende Seminar für Antiquare, dessen Mitveranstalter der Verband Deutscher Antiquare ist, findet 2019 zum zweiten Mal überhaupt im europäischen Ausland statt, und zwar in Amsterdam (vom 12. bis 15. September). Es ist das 49. Seminar, 2020 steht also ein großes Jubiläum an.

Ebenfalls im September treffen sich die Vorsitzenden der unter dem Dach der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) zusammengeschlossenen nationalen Antiquariatsverbände zum ILAB Presidents' Meeting 2019 in Tiflis in Georgien.

Für einen Ausblick auf die Antiquariatsmessen im Herbst (Frankfurt am Main, Zürich) ist es derzeit noch zu früh; die offizielle Ausschreibung der Messe in Zürich erfolgt erst im Frühjahr.

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1 Kommentar/e

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  • Dr. Ulrich Rose

    Dr. Ulrich Rose

    In Hinsicht auf die "Warenpost international" kann ich dem Kollegen Ahnert nur zustimmen. Für mich kommen noch zwei weitere Probleme hinzu: 1. Ich muss mich noch weiter vergläsern und mich für die "Warenpost international" bei der Deutschen Post mit allen Kontaktdaten anmelden und ein SEPA-Lastschriftverfahren akzeptieren, um an die selbst ausgedruckten Briefmarken zu kommen - am Schalter gibt es sie NICHT. Ein Datenschutz-Problem, meiner Ansicht nach. - 2. Es gibt ein Briefgeheimnis, verfassungsrechtlich garantiert. Wenn das Versenden von Büchern laut dieser noch immer kaiserlich denkenden "Behörde" Post "strafbewehrt" ist - wie kommt die Post an die Information, dass in dem Brief (!) ins Ausland ein Buch enthalten ist? Und wenn sie es ertastet - woher weiß sie, dass es nicht ein Geschenk an meine australische Enkelin ist? Etwa durch das Öffnen durch die Verfassung geschützter Briefe?

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