Bilanz des Weihnachtsgeschäfts 2017

Fehlende Tage und ein leichtes Minus

Ein leichtes Minus von 0,3 Prozent: Das ist die Bilanz des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts in bundesdeutschen Buchhandlungen quer durch alle Regionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die letzte Woche vor Heiligabend war dabei von starken Umsätzen und hoher Kundenfrequenz geprägt, aber letztlich fehlten Verkaufstage. Das geht aus einer Börsenblatt-Umfrage hervor.

Die Weihnachtsdeko in "Die Buchhandlung" in Borna ist nicht bei Guido Maria Kretschmer abgekupfert, sondern eine Eigenkreation ...schreiben die Buchhändlerinnen (und Modedesignerinnen) Fanny Eberhardt und Elke Kämpfner

Die Weihnachtsdeko in "Die Buchhandlung" in Borna ist nicht bei Guido Maria Kretschmer abgekupfert, sondern eine Eigenkreation ...schreiben die Buchhändlerinnen (und Modedesignerinnen) Fanny Eberhardt und Elke Kämpfner © privat

"An den beiden Tagen vor Weihnachten lief es so gut wie noch nie, es war unglaublich voll", war nicht nur das Resümee von Elke Ehlert. Ihrer Buchhandlung Seitenweise im Hamburger Stadtteil Hamm hatte der Deutsche Buchhandlungspreis noch einmal einen Schub gegeben: "Viele neue Kunden sind daraufhin zu uns gekommen und wir hatten im Weihnachtsgeschäft auch unglaublich viele Internetbestellungen."

Sortimenter wie Silke Gutowski von der Bremer Buchhandlung Memminger hoben im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 2016 "die sensationell gute Lieferbarkeit bei den Großhändlern hervor". Dagegen bedauerten viele Buchhändler, dass viele Tonie-Boxen aufgrund der riesigen Nachfrage in der Kürze der Zeit nicht mehr nachorderbar waren.

Was sich noch bei der Börsenblatt-Umfrage zeigte: Ein aktuelles Buch-Highlight, das für einen zusätzlichen Impulskauf gesorgt hätte, fehlte. "Es hätten noch zwei richtig gute Weihnachtstage sein müssen – die eine Adventswoche hat uns gefehlt": So wie die Sortimenter in der Buchhandlung Genz in Stendal empfanden viele Kollegen die Tatsache, dass in diesem Jahr der vierte Advent und Heiligabend auf denselben Tag fielen und der Advent später als sonst begonnen hat.

Kehlmann, Leky, Green und Yogeshwar an der Spitze

Bei den bestverkauften Titeln im Weihnachtsgeschäft macht sich die oft verkannte starke Stellung der Regionalia bemerkbar; in vielen Buchhandlungen nehmen einzelne regionale Titel Spitzenpositionen ein:

  • In der Belletristik lieferten sich Daniel Kehlmanns "Tyll" (Rowohlt) und Mariana Lekys "Was man von hier aus sehen kann" (DuMont) ein Kopf-an-Kopf-Rennen, gefolgt von Ken Folletts "Fundament der Ewigkeit" (Bastei Lübbe), Carmen Korns "»Töchter einer neuen Zeit« (Rowohlt) und Joachim Meyerhoffs »Zweisamkeit der Einzelgänger« (Kiepenheuer & Witsch).
  • Im Kinder- und Jugendbuch dominierten John Greens »Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken« (Hanser), Jeff Kinneys zwölfter Band von "Gregs Tagebuch", "Und Tschüss!" (Baumhaus) und Alice Pantermüllers »Lotta-Leben«-Bücher.
  • Im Sachbuch führte Ranga Yogeshwars »Nächste Ausfahrt Zukunft« die Liste der bestverkauften Titel an, gefolgt von Peter Wohllebens "Das geheime Netzwerk der Natur" (Ludwig) und Gregor Gysis "Ein Leben ist zu wenig" (Aufbau).
  • Im Non-Book-Bereich verkauften sich vor allem Kalender und Karten sehr gut, ebenso weihnachtliche Dekorationsgegenstände und Kunsthandwerk – meist mit dem Schwerpunkt auf dem Besonderen. Hier wurden Buchhändler auch häufig für ihre Sortimentsauswahl gelobt.

Für die Stichprobe hat das Börsenblatt deutschlandweit 50 Buchhandlungen unterschiedlicher Umsatzklassen befragt. Erhebungszeitraum für die aktuellen Zahlen war der 27. November bis 24. Dezember 2017.

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