Büchersendung der Deutschen Post

"An der Preiserhöhung führt kein Weg vorbei"

Die Deutsche Post macht Büchersendungen ab Juli teurer. Warum es für sie keinen anderen Weg aus der Kostenmisere gab und ob die Versandoption überhaupt noch relevant ist: Antworten von Post-Manager Jens Terboven. INTERVIEW: TAMARA WEISE

Jens Terboven

Jens Terboven © Markus Lokai

Aufgrund gestiegener Transportkosten erhöhen Sie die Preise für die Büchersendung. Was ist so teuer geworden, dass sie zum Teil 20 Prozent draufschlagen?
Preisänderungen gab es seit 2013 nicht mehr, aber Kostensteigerungen durch Lohnerhöhungen, auch die Transportkosten sind erheblich gestiegen. Und da wir natürlich auch beim Produkt Büchersendung wirtschaftlich bleiben müssen, führt an der Preiserhöhung kein Weg vorbei.

Gab es keine Alternative?
Nein. Eine besonders günstige Variante für den Buchversand anzubieten, ist uns nach wir vor wichtig, wir wollten die Büchersendung nicht einstellen.

Werden Sie Rabatte anbieten?
Es ist ja so, dass wir bei der Büchersendung Maxi nur gerade mal fünf Cent nach oben gehen – da macht die Einführung eines Rabatts wenig Sinn. Bei der Warensendung sieht es anders aus, da bleibt es bei den üblichen Rabattstaffeln.

Können Sie das System Büchersendung damit profitabel machen, vielleicht auch schneller?
Zur Profitabilität einzelner Produkte äußern wir uns grundsätzlich nicht. Was die Schnelligkeit angeht: Da haben wir in den letzten Jahren schon einiges für die Stabilität getan. Wir sind vielleicht nicht schneller geworden, aber deutlich stabiler, verlässlicher. Um den Bedarf nach schnelleren Laufzeiten und Sendungsverfolgung zu erfüllen, haben wir jetzt ein neues Produkt eingeführt – die Warenpost. Sie wird innerhalb eines Tages zugestellt.

Nutzen Buchhändler diese Option?
Das kann ich Ihnen nicht sagen, die Warenpost ist jetzt erst neu gestartet. Aber ich gehe davon aus, dass sie auch für Buchhändler interessant ist, wenn es um schnellen Versand geht. Ab 200 Sendungen pro Jahr bieten wir hier ein schnelles Produkt mit Tracking an.

Wie relevant ist die Büchersendung noch, wie viele Buchhändler und Verlage verschicken noch per Büchersendung?
Das Volumen ist seit Jahren relativ stabil beziehungsweise geht leicht zurück – möglicherweise ist das aber auch nur eine Folge des Marktgeschehens. Genaue Zahlen kann ich Ihnen nicht nennen, auch wie viele Buchhändler da mitmachen, wissen wir nicht. Wir haben ja keine schriftlichen Verträge mit ihnen.

Rechnen Sie mit Kritik?
Angesichts der Stabilität, die wir seit langem bieten, hoffe ich auf Verständnis dafür, dass wir die Preise nach fünf Jahren anheben. Wir zahlen ordentliche Löhne, gleichzeitig werden die Ressourcen auf dem Transportmarkt immer knapper. Kein Logistiker kann sagen, dass er die Kostenentwicklung nicht weitergeben muss. Preiserhöhungen sind nie schön, aber leider für alle Dienstleistungen, die angeboten werden, unumgänglich.

Meldung dazu im Archiv (18.5.): Büchersendungen werden teurer 

Jens Terboven ist Vice President Zusatz- und Spezialleistungen Brief bei der Deutschen Post.

Über die Warenpost

  • Anders als bei der Büchersendung gilt für die Warenpost: Für sie ist Sendungsverfolgung möglich – und sie ist auch schneller. Nach Angaben der Post erreicht sie ihr Ziel innerhalb von ca. 24 Stunden (einen Tag nach dem Versand).  
  • Buchen kann die Warenpost nur, wer mindestens 50 Einlieferungen pro Quartal schafft  - pro Versand werden dann 2,80€ fällig (plus Mehrwertsteuer). Bei mindestens 250 Einlieferungen pro Quartal sinkt die Gebühr auf je 2,60 Euro (plus Mehrwertsteuer). 
  • Das Höchstgewicht bei der Warenpost liegt bei 1.000 Gramm, die Außenmaße sollte nicht über 35,3 cm x 25 cm x 5 cm liegen. 


Details zur neuen Warenpost auf der Website der Deutschen Post

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