Die Sonntagsfrage

"Ist der Welttag des Buches noch zeitgemäß, Herr Pflaum?"

Morgen ist wieder UNESCO-Welttag des Buches. Seit 1995 gibt es den Feiertag für das Lesen und der Börsenverein beteiligt sich mit der Schüleraktion "Ich schenk dir eine Geschichte", einer Lese-Reise durch den Buchhandel und vielen anderen Aktionen. Warum der Welttag des Buches noch längst nicht veraltet ist, erklärt Kaspar Pflaum, Leitung Leseförderung im Börsenverein.

Kaspar Pflaum

Kaspar Pflaum © Börsenverein

In seiner 22. Ausgabe ist zumindest die Gutschein-Aktion zum Welttag des Buches aktueller und unerlässlicher denn je – und auch so erfolgreich wie nie.

Wir konnten in diesem Jahr über 150 Neuanmeldungen von Buchhandlungen verzeichnen. Mit über 3.500 Teilnehmern ist der Welttag des Buches die Aktion mit der bundesweit höchsten Beteiligungsquote im Sortiment. Dabei sind weit über 50 Buchhandlungen, die jede mehr als 1.000 Kinder mit dem Welttags-Buch beschenken – ein großer Einsatz für die Leseförderung. 1 Million Bücher insgesamt geben die Buchhandlungen dieses Jahr wieder bei den Buchhandlungsbesuchen an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 und 5 aus.

Aber nicht allein die hohe Beteiligung der Buchhandlungen und Schulen spricht für die Bedeutung der Gutschein-Aktion und des Welttages. Die Aktion leistet einen gewichtigen Beitrag, Kinder an Bücher heranzuführen und sie fürs Lesen zu begeistern. Eine nicht unerhebliche Zahl an Kindern besucht am Welttag zum ersten Mal eine Buchhandlung, für eine steigende Zahl an Schülerinnen und Schülern ist das Welttags-Buch das erste Buch, das sie überhaupt besitzen. Der Welttag hinterlässt Spuren, das merken wir zum Beispiel auch an den Hitlisten der selbstgewählten Texte beim Vorlesewettbewerb. Die Welttags-Bücher rangieren hier an immer höheren Positionen.

Deshalb steht auch die Weiterentwicklung des Welttages nie still. 2018 haben die Aktivitäten rund um "Ich schenk dir eine Geschichte" durch die Neugestaltung der Welttags-Website mehr Sichtbarkeit bekommen. Auf der Seite sind die Veranstaltungen und Aktivitäten übersichtlicher dargestellt, gleichzeitig ist die logistische Abwicklung der Gutschein-Aktion durch eine neue integrierte Datenbank für alle Teilnehmer erheblich erleichtert. Durch den neuen Überblick haben sich natürlich auch unsere Kommunikationsmöglichkeiten verbessert. Neben der Website haben wir auch das gemeinsame Programm mit den Partnern von "Ich schenk dir eine Geschichte" erweitert: Gleich am Morgen des 23. April feiern wir zum ersten Mal ein großes Lesefest, bei dem die Autorin des diesjährigen Welttagsbuchs, Sabine Zett, und der Illustrator der Graphic Novel, Timo Grubing, für 200 Kinder vorlesen, erzählen und zeichnen. Die Veranstaltung kann per Live-Stream verfolgt werden!

Bestehende und zusätzliche Aktionen am Welttag werden fortgeführt oder ausgebaut. Das betrifft vor allem die beliebte Zusteller-Aktion der Post, bei der Postboten in ganz Deutschland Empfängern kostenlos Bücher überreichen. Seit über zehn Jahren gibt es die Lese-Reise, bei der rund 100 Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautoren deutschlandweit in Buchhandlungen stattfinden. Zum zweiten Mal öffnen Verlage vom 20. bis 23. April bei #verlagebesuchen in ganz Deutschland ihre Türen und bieten Lesungen, Werkstattgespräche, Führungen und Veranstaltungen zum Mitmachen an.

Alle Aktionen zusammen machen den Welttag des Buches zum Festtag des Lesens, der auch international immer stärker an Bedeutung gewinnt, seitdem die UNESCO-Generalkonferenz 1995 den 23. April zum weltweiten Feiertag ausgerufen hat. Ein oft genanntes Highlight ist natürlich die Tradition in Katalonien, den Welttag des Buches und den Tag der Verliebten zu verbinden und Bücher zusammen mit einer Rose zu verschenken. Aber auch in vielen anderen Ländern wird der Welttag auf ganz unterschiedliche Weise zelebriert, vom Open Read Event in Südafrika, bei dem laut vorgelesen wird, über Festivals in den USA, Russland und Schweden bis hin zur populären World Book Night in Großbritannien.

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1 Kommentar/e

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  • Ulrike Schmidt

    Ulrike Schmidt

    Wir machen schon immer bei den Welttags-Aktionen mit und begrüssen jedes Jahr eine große Zahl von Schulklassen in der Buchhandlung. Die Aktionen, die wir dann anbieten, kommen bei den Kindern auch gut an.
    Insofern halte ich den Welttag des Buches samt Medienrosonanz durchaus für richtig. Was ich mir allerdings wünsche, wäre eine höhere Wertigkeit des verschenkten Buches. Muß das wirklich ein so billig gemachtes Taschenbuch sein?
    Ich würde lieber ein "echtes" Buch (so formulieren das nämlich Kinder) verschenken. Die Kosten wären höher - da muss man halt mal kalkulieren.
    Auf die Giveaways würde ich dann verzichten, zumal der Krimskrams doch bald im Müll landet.

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