Georgien-Doppel in Frankfurt am Main

Morchiladze und Haratischwili reden zur Buchmesseeröffnung

Am Dienstag dieser Woche war Georgien gleich zweifach in Frankfurt zu Gast: Mittags bat der diesjährige Ehrengast der Frankfurter Buchmesse zur Pressekonferenz ins Deutsche Architekturmuseum, abends waren die Buchhändler ins Haus des Buches eingeladen, um mehr über Land, Literatur und Küche zu erfahren. Bekannt wurde, dass die Autoren Aka Morchiladze und Nino Haratischwili Festredner bei der Eröffnung der Buchmesse sein werden. MALU SCHRADER

 Peter Cachola Schmal, Elguja Khokhrishvili, Mikheil Giorgadze, Medea Metreveli, Ana Kordzaia-Samadashvili, George Bokhua, Juergen Boos (von links)

Peter Cachola Schmal, Elguja Khokhrishvili, Mikheil Giorgadze, Medea Metreveli, Ana Kordzaia-Samadashvili, George Bokhua, Juergen Boos (von links) © Holger Menzel

Im Deutschen Architekturmuseum am Frankfurter Museumsufer summte es wie in einem Bienenkorb, vorfreudige Aufregung lag in der Luft. Das Organisationsteam des Ehrengastlands hatte am 8. Mai ins Deutsche Architekturmuseum eingeladen, um das Gastlandprogramm der Frankfurter Kulturorganisationen vorzustellen und erstmals über das Design des Gastland-Pavillons zu sprechen. Außerdem wurden die Namen der zur Buchmesse anwesenden georgischen Autoren sowie die Hauptredner für die Eröffnungszeremonie bekanntgegeben. Auch aus den Redebeiträgen der Podiumsteilnehmer – Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Mikheil Giorgadze (Minister für Kultur und Sport Georgiens), Medea Metreveli (Direktorin des Georgian National Book Center), Ana Kordzaia-Samadaschwili (Autorin und Übersetzerin) und George Bokhua (Designer des Gastland-Pavillons) – gingen deutlich der Stolz und die Vorfreude hervor: "Der Countdown läuft, wir freuen uns schon auf Oktober", betonte Kulturminister Giorgadze.

Als George Bokhua in einer kurzen Präsentation erstmals die Grundidee und die einzelnen Elemente des Pavillons vorstellte, klickten die Fotoapparate noch hektischer als zuvor. Wie das gesamte Konzept des Gastlandauftritts ist auch die Gestaltung des Pavillons von den 33 georgischen Buchstaben inspiriert. Ob alle Elemente, wie in der Simulation zu sehen, komplett weiß blieben, wollte eine Journalistin wissen. „Im Moment sind sie weiß“, antwortete Bokhua diplomatisch, und Juergen Boos ergänzte: „Das bleibt noch ein Geheimnis.“

Enthüllt wurden hingegen die Namen der Autoren, die zur feierlichen Eröffnung der Buchmesse als Festredner eingeladen sind: Mit Aka Morchiladze und Nino Haratischwili  zwei renommierte, in Deutschland bereits recht bekannte georgische Autoren die Hauptredner der Zeremonie sein. Insgesamt werden rund 70 georgische Autoren zur Buchmesse in Frankfurt erwartet.

Kulturelles Begleitprogramm

Neben der Literatur bindet das kulturelle Begleitprogramm des Ehrengasts auch die bildende Kunst, Theater und Film sowie die georgische Musik mit ein: Insgesamt ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für das Gastlandjahr eine beeindruckende Vielzahl an Veranstaltungen geplant – während der Frankfurter Buchmesse wird die Schlagzahl naturgemäß am höchsten sein. Nach dem Budget für den Gastlandauftritt gefragt – rund sechs Millionen Euro –, betonte Minister Mikheil Giorgadze noch einmal die Bedeutung für Georgien: Dies sei eine Gelegenheit, wie man sie nur einmal im Leben bekomme.

Für Autorin und Übersetzerin Ana Kordzaia-Samadaschwili wird mit dem Ehrengast-Auftritt Georgiens auf der Frankfurter Buchmesse ein Traum wahr: Früher habe sie mit anderen georgischen Autoren auf der Buchmesse so getan, als sei Georgien das Gastland, sie hätten sich ausgemalt, welche Autoren eingeladen seien und wo sie lesen würden, gestand sie lachend auf der Pressekonferenz. „Dieser Traum wird nun wahr, und dafür bin ich, sind wir, unendlich dankbar.“

Georgischer Abend für Buchhändler

Ihre Begeisterung und Liebe zur georgischen Literatur brachte Kordzaia-Samadaschwili auch beim Georgischen Abend im Haus des Buches zum Ausdruck. Gemeinsam mit ihrem Autorenkollegen Davit Gabunia gab sie eine kleine Einführung in die georgische Literaturgeschichte – „Wir erzählen Ihnen nicht die gesamte Literaturgeschichte seit dem 14. Jahrhundert, das wäre ja unerträglich!“ – und stellte prägende Autorinnen und Autoren vor. Unterstützt wurden die beiden von Küchenchef Luka Nachkebia, der immer wieder mit Informationen zur georgischen Küche einhakte und nebenbei köstlich riechende Gerichte vorbereitete. Catherine Knauf von der Agentur Literaturtest, die Buchhändler zur Kick-off-Veranstaltung eingeladen hatte, stellte das Deko-Paket des Ehrengasts vor (ab Anfang August über die Website der Frankfurter Buchmesse bestellbar) und ermutigte die Buchhändler, sich mit Veranstaltungsideen und -fragen zu melden. Bei georgischem Wein und georgischen Spezialitäten ließen die Buchhändler den Abend ausklingen und nutzten die Gelegenheit für angeregte Gespräche.

Weitere Georgische Abende finden statt in

  • Berlin: 9. Mai, Literaturhaus Berlin, 19 bis 21 Uhr (in Kooperation mit dem Börsenverein Landesverband Berlin-Brandenburg), und
  • München: 11. Mai, Hotel Olympic (Hans-Sachs-Straße 4, 19.30 bis 21 Uhr (in Kooperation mit dem Börsenverein Landesverband Bayern).

Für die Veranstaltung in Berlin sind noch einige wenige Plätze frei – kurzentschlossene Buchhändler können sich gern noch mit einer E-Mail bei Catherine Knauf anmelden: knauf@literaturtest.de.

Informationen zur Buchhandelskampagne können interessierte Buchhändler jederzeit unter gastland2018@literaturtest.de anfordern.

Besuchen Sie auch die Bildergalerie  mit Impressionen aus dem Gastland Georgien. 

 

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