Junge Verlagsmenschen und ver.di kooperieren bundesweit

Kampf um bessere Startbedingungen

ver.di und der Junge Verlagsmenschen e.V. bauen ihre seit 2014 existierende regionale Zusammenarbeit aus: Sie wollen künftig vor allem in tarif- und arbeitsrechtlichen Fragen bundesweit zusammenarbeiten, um den Nachwuchs der Buch- und Medienbranche zu stärken und die beruflichen Bedingungen zu verbessern.

Als Thema von wachsender Bedeutung sehen die Jungen Verlagsmenschen den häufig schwierigen Berufsstart in der Buchbranche, unter anderem aufgrund von schlecht bezahlten Volontariaten und Praktika (siehe dazu auch die JVM-Umfrage: http://tinyurl.com/zas6y2q). Dazu haben sie 2014 die vereinsinterne AG Nachwuchsrechte gegründet. "Die Jungen Verlagsmenschen sind keine Gewerkschaft und sollen auch keine sein", erklärt Lena Augustin, erste Vorsitzende des Junge Verlagsmenschen e.V. "Aber das Thema Arbeitnehmerrechte taucht bei uns häufig auf, viele fragen, warum es etwa keinen Tarifvertrag für Volontäre in Verlagen gibt. Mit ver.di haben wir jetzt einen starken Partner an unserer Seite, der uns kompetent berät."

Die Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 habe die Situation noch komplexer gemacht: Längerfristige Praktika würden fast ausschließlich als studienbegleitende Pflichtpraktika ausgeschrieben, weil dann kein Mindestlohn fällig werde. Und ob für ein Volontariat der Mindestlohn gezahlt werden müsse, hänge von den konkreten Beschäftigungsbedingungen ab und sei auf den ersten Blick schwer zu erkennen. "Eine Verbesserung der Situation ist nur möglich, wenn der Nachwuchs seine Rechte kennt und ein Bewusstsein dafür entwickelt, was beispielsweise ein gutes Praktikum oder Volontariat ausmacht und wie faire und angemessene Arbeitsbedingungen aussehen", sagt Selina Reimer, Koordinatorin der ver.di-Kooperation für die AG Nachwuchsrechte der JVM.

Für Frühjahr 2017 ist das nächste überregionale Kooperationstreffen zwischen ver.di und den JVM geplant. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Jungen Verlagsmenschen und wollen gemeinsam wichtige Schritte unternehmen, um bessere Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs der Buchbranche zu erreichen", sagt René Rudolf, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Verlage, Druck und Papier.

Der Junge Verlagsmenschen e.V. ist mit mehr als 750 Mitgliedern in 13 Städtegruppen der größte Nachwuchsverein der Buch- und Medienbranche. Er bietet seit seiner Gründung 2009 Young Professionals, Berufsanfängern und Studenten eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren.

Mehr zum Thema

0 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Informationen zum Kommentieren

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

  • Mein Kommentar

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

    (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
    CAPTCHA image
    Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

    * Pflichtfeld