Kollegentipps für die heiße Bewerbungsphase

Besser für den Buchhandlungspreis bewerben

Zum vierten Mal vergibt Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Deutschen Buchhandlungspreis – diesmal mit neuen Juroren. Kollegentipps für die heiße Bewerbungsphase. TAMARA WEISE

Monika Grütters

Monika Grütters © Christof Rieken

Der Deutsche Buchhandlungspreis geht in eine neue Runde: Seit dem 23. April können sich Sortimenter wieder für den Preis bewerben – nebenbei: Kulturstaatsministerin Monika Grütters hätte sich keinen besseren Tag für den Bewerbungsstart 2018 aussuchen können. "Am Welttag des Buches laden wir die unabhängigen Buchhändlerinnen und Buchhändler in Deutschland dazu ein, sich am Wettbewerb zu beteiligen", betont Monika Grütters in ihrem Grußwort. "Wir laden sie ein, Flagge zu zeigen für das Buch als Kulturgut und für die inhabergeführte Buchhandlung vor Ort. Denn was wäre die Welt ohne Bücher?"

Bücher, so Grütters Ziel, sollen ihr gutes Zuhause behalten: ein weit gespanntes Netz aus inhabergeführten Buchhandlungen. Ihre Botschaft an die Kunden ist deutlich: Statt Bücher als bloße Ware auszulegen, würden die Inhaber unabhängiger Buchhandlungen jeden Tag direkt vor Ort Raum für literarische Impulse geben, so die Kulturstaatsministerin. "Ganz persönlich und leidenschaftlich – eben anders als anonyme Internetwerbung, die sich nur an Verkaufszahlen orientiert." Mit dem Buchhandlungspreis wolle die Bundesregierung "den wertvollen Beitrag sichtbar machen, den Buchhändlerinnen und Buchhändler für die kulturelle Vielfalt leisten – ob in der Großstadt oder in den ländlichen Regionen".


Jörg Stübing, Inhaber von Büchers Best in Dresden

Jörg Stübing, Inhaber von Büchers Best in Dresden © Nils Kahlefendt

Bis zum 15. Juni können Sortimenter ihre Unterlagen über das Bewerbungsportal der Ministerin einreichen. Dafür muss man durchaus etwas Zeit investieren. Jörg Stübing etwa, Inhaber von Büchers Best in Dresden, muss jedes Mal staunen, wenn er hört, dass Kollegen die Unterlagen innerhalb von zwei Stunden versandfertig machen. "Das kann ich gar nicht glauben", so Stübing. Denn die Bewerbung so zu gestalten, dass sie der Jury  positiv auffalle – das erfordere Ideen, Geduld und Zeit. Stübing: "Für den ersten Eindruck gibt es nun mal keine zweite Chance." Der Erfolg scheint Stübing recht zu geben: Drei Mal hat er sich für den Deutschen Buchhandlungspreis beworben, zwei Mal wurde er ausgezeichnet – 2015, als der Preis Premiere hatte, zählte sein Geschäft zu den Gewinnern in der Kategorie "hervorragende Buchhandlung", 2017 landete er unter den "besonders herausragenden Buchhandlungen".

Abgegeben hat er beim Ministerium eine Ringbuchmappe mit den ausgefüllten Formularen, seinem Konzept und zahlreichen Belegen; ein Inhaltsverzeichnis wies den Jurymitgliedern dann den Weg – die digitale Bewerbung gestaltete er nach dem gleichen Mus­ter. "Wichtig ist auch, das Konzept in kurzer Form genau zu erklären", so Stübing. Bei gut 500 Bewerbungen könne sich die Jury kaum alle Informationen einzeln zusammensuchen. "Wir haben immer versucht, es der Jury möglichst einfach zu machen."

Die Juroren, darauf legt Monika Grütters größten Wert, entscheiden unabhängig darüber, wer den Preis verdient hat. In diesem Jahr steht turnusgemäß ein Wechsel an, lediglich zwei Jurymitglieder machen weiter, um die Kontinuität der Jury-Arbeit zu gewährleisten – der Vertreter Hans Frieden und der Berlinale-Chef Dieter Kosslik, der erst seit dem Durchgang 2017 zur Jury gehört. Fünf Juroren werden zum ersten Mal die Unterlagen aus dem Sortiment begutachten – darunter auch Sandra Kegel von der "FAZ", die den Vorsitz übernimmt.

Maria Meyer von Annabee in Hannover, vergangenes Jahr als "herausragende Buchhandlung" ausgezeichnet, empfiehlt Kollegen, den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Jury Schritt für Schritt anzugehen. Damit genügend Zeit für den aus ihrer Sicht zentralen Teil der Bewerbung bleibt – die Beschreibung des eigenen Konzepts – rät sie dazu, übers Jahr alle Aktivitäten zu dokumentieren, etwa anhand von Fotos, Zeitungsartikeln oder des Veranstaltungskalenders. "Wir sammeln die Belege jetzt in einer Extramappe, können somit direkt darauf zugreifen und erleichtern uns damit vieles", berichtet die Buchhändlerin. Aus ihrer Sicht lohnt sich für den Buchhandlungspreis jeder Aufwand. Schon die bloße Bewerbung sei nützlich – nicht erst die öffentliche Anerkennung und das Preisgeld. "Uns jedenfalls hat es sehr geholfen, das Konzept der Buchhandlung einmal ganz konkret in Worte zu fassen."

FAQ zum Wettbewerb

Wer kann sich bewerben?
Alle Buchhandlungen, die inhabergeführt sind, ihren Sitz in Deutschland haben und ein konzernunabhängiges Sortiment bieten, können teilnehmen. Mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von unter einer Million Euro ist ein dotiertes Gütesiegel möglich – liegt der Jahresumsatz darüber, ein undotiertes Gütesiegel.

In welchen Kategorien wird der Preis diesmal vergeben?
In vier, wie bisher auch. Für das dotierte Gütessiegel gilt: In der Kategorie "hervorragende Buchhandlung" (Preisgeld: 7.000 Euro) werden bis zu 100 Buchhandlungen berücksichtigt, in der Kategorie "besonders herausragende Buchhandlung" fünf Unternehmen (15.000 Euro) und insgesamt drei Firmen in der Kategorie "beste Buchhandlung" (25.000 Euro); bei den beiden höher dotierten Kategorien ist eine Auszeichnung im Folgejahr ausgeschlossen. Das undotierte Gütesiegel erhalten bis zu zehn Buchhandlungen.

Wer ist 2018 Mitglied der Jury?
Drei Jahre nach dem Start des Preises steht in der Jury turnusgemäß ein Wechsel an. Verlags-vertreter Hans Frieden macht, um die Kontinuität der Jury-Arbeit zu gewährleisten, zunächst weiter – auch Berlinale-Chef Dieter Kosslik bleibt (er kam 2017 hinzu). Neu in die Jury wurden von Monika Grütters berufen:

  • Sandra Kegel, Literaturkritikerin der »FAZ« – sie übernimmt zugleich den Juryvorsitz,
  • Hanser-Verleger Jo Lendle,
  • Gabriele Schink, bis 2017 Regionaldirektorin des Börsenvereins NRW,
  • Weidle-Verleger Stefan Weidle und
  • Nicolai-Verlegerin Christiane zu Salm.

Welche Faktoren sind der Jury wichtig? 
Die Auswahlkriterien werden der Jury vorgegeben. Im Fokus stehen weiterhin:  

  • das kulturelle Veranstaltungsprogramm (u. a. Lesungen, Kooperationen mit anderen Kulturträgern oder Bildungsinstitutionen),
  • ein literarisches Sortiment (breit gefächert, Angebot an Backlist- und Independent-Titeln, Bestellservice, fremdsprachige Literatur),
  • Aktivitäten zur Lese- / Literaturförderung (u. a. Lesungen, Lesezirkel, Beteiligung am Vorlesewettbewerb, Kooperationen mit Kindergärten, Schulen, Kirchen; Bücherkisten / Lesekoffer für Kinder),
  • ein innovatives Geschäftsmodell mit kulturellem Bezug: Website, Cross-Channel-Aktivitäten; Nischenkonzept, besondere Kundenbindungsmaßnahmen.

Wann endet der Bewerbungszeitraum?
Bewerbungen nimmt die Jury bis zum 15. Juni entgegen (digital, gedruckt).
Der Umfang sollte 15 DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. Verliehen werden soll der Preis dann im Herbst.

Teilnahmeunterlagen:
deutscher-­buchhandlungspreis.de

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