Kommentar

Verbünde: Meisterköche der eigenen Suppe

"Derzeit gibt es keine Anzeichen für engere Kooperationen – zu unterschiedlich die Interessen." Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteurin Christina Schulte.

Das Thema Buchhandelsverbünde gerät in diesen Tagen wieder verstärkt in den Fokus der (Branchen-)Öffentlichkeit. Die eBuch feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Obgleich nicht die älteste Gemeinschaft, so doch die mit dem dynamischsten Wachstum und den meisten Mitgliedern, mehr als 400 an der Zahl. Und die Pläne sind ehrgeizig: 500 Genossen sollen es im Jubiläumsjahr noch werden. Der USP der eBuch, ausgefeilte Technik einzusetzen, um mehr Umsatz zu erzielen und Zeit für die Kunden zu gewinnen, überzeugt offenbar viele Buchhändler.
Zugleich warten die anderen Zusammenschlüsse mit Neuerungen auf, etwa die LG Buch, die jetzt regelmäßig Regionaltreffen bei ihren Partnerverlagen durchführt. Aber: Jede Genossenschaft ist etwas anders aufgestellt und kocht nach wie vor ihr eigenes Süppchen. Über einen­ runden Tisch und gelegentliche Gespräche hinaus gibt es keine­ Anzeichen für engere Kooperationen. Zu unterschiedlich die Inter­essen, heißt es.

Dabei lässt es die Gesamtsituation des Buchhandels, die so einfach nicht ist, durchaus sinnvoll erscheinen, sich großformatiger zu verbünden. Gegenüber Verlagen und anderen Partnern würde damit ein Marktteilnehmer heranwachsen, der nochmals mit anderen Pfunden wuchern könnte. Ob bei Konditionenverhandlungen oder Marketingaktionen: 400 bis 500 Buchhändler oder doppelt so viele zu vertreten – da dürfte das ein oder andere mehr drin sein. Der Zeitpunkt wäre günstig, denn jetzt könnte auch die Konsolidierungsphase der großen Filialisten genutzt werden, die sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Ob die Verbünde diese Chance ergreifen?

Lesen Sie dazu auch den Beitrag im aktuellen Börsenblatt Heft 16, Seite 22, das morgen erscheint.

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