Nach dem Urteil in Sachen "FAZ" vs. buch.de

Handreichungen für den Umgang mit Rezensionen

In Kooperation mit der Rechtsabteilung des Börsenvereins stellt der Verleger-Ausschuss eine Handreichung für den Umgang mit Rezensionen zur Verfügung, die die wichtigsten Punkte, die nach dem Urteil des Landgerichts München ("FAZ" gegen buch.de) zu beachten sind, zusammenfasst.

Nach der Entscheidung des Landgerichts München I in Sachen FAZ ./. buch.de sollten Buchverlage ihre Praxis, Rezensionsausschnitte als Marketinginstrument zu nutzen, generell überprüfen und die Verwendung von Rezensionen ggf. noch genauer auf das eigene Programm und die Positionierung der jeweiligen Einzeltitel abstimmen: Wie wichtig sind Rezensionen für mein Verlagsprogramm und –profil? Ist die Verwendung der Pressestimme(n) entscheidend bei der Vermarktung des einzelnen Titels? Gleichzeitig sollten bei der bestehenden und zukünftigen Nutzung von Rezensionsausschnitten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

1.  Verwenden Sie nur sehr kurze Ausschnitte ("Blurbs"), die urheberrechtlich nicht schutzfähig sind.

2. Holen Sie bei Verwendung längerer Ausschnitte die Einwilligung des Presseverlags/Mediums ein.

3. Überprüfen Sie Ihre eigene Datenbank, Ihre Website und Ihre Meldungen in den Katalogdatenbanken der Barsortimente und des VLB auf Rezensionen: Löschen Sie bestehende Einträge/Katalogmeldungen oder kürzen Sie auf einzelne, urheberrechtlich nicht schutzfähige Aussagen.

4. Erwägen Sie, ob anstelle der Verwendung von Ausschnitten auf Ihrer eigenen Website eine Verlinkung zum Volltext der Rezension auf der Website des rezensierenden Mediums sinnvoll sein könnte. Achten Sie hierbei darauf, dass der „Teaser“ von Ihnen selbst formuliert wird.

5. Machen Sie die Rezensionsregeln des Börsenvereins bei Ihrem Rezensionsexemplar-Versand publik – zum Beispiel, indem Sie diese auf Ihrer Verlagswebsite im Bereich Presse vorhalten und mitteilen, dass sie Ihre Rezensionsexemplare auf Grundlage der Regeln des Börsenvereins zur Verfügung stellen.

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2 Kommentar/e

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  • René Kohl

    René Kohl

    Ich freue mich schon auf die Blurbs.
    Etwa: "Der neue Kehlmann" Die FAZ.

    Soweit, wenn von der Nutzung der Verlage die Rede ist, nur die Nutzung in ihrem Einflußbereich gemeint ist, können die Verlage vielleicht damit leben.

    Sollte es in irgendeiner Weise auch um eine Weitergabe von Informationen und Nutzung etwa in digitalen Katalogen (etwa Online-Shops oder Bibliotheks-Datenbanken), Textbaukästen für Autorenlesungen oder auch in Kundenmagazinen des Buchhandels gehen, scheinen mir die oben genannten Vorschläge untauglich - es sei denn, die Branche findet einen Weg, die Nutzungsgenehmigung im Verbund mit den Daten zuverlässig und nachvollziehbar mitzuliefern.

    Wie löscht man als Verlag übrigens in Katalogdatenbanken von Barsortimenten? Wie bekommt man die Zitate, die in die Beschreibungstexte eingewoben sind, da raus?

    " -der Lyriker auf der Höhe seiner Kunst, schrieb Friedmar Apel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Ins Reine." heißt es in den BS-Katalogen über den Suhrkamp-Titel (sorry, Kollegen, wird hoffentlich nicht zu teuer) von Michael Krüger.

    Und wie kommunizieren die Verlage künftig, dass sie eine Genehmigung für eine Rezension eingeholt haben? Vielleicht können die Tageszeitungen ja so eine Art Preisstempelchen verteilen, wenn man eine Rezensionsgenehmigung bekommen hat.

    Also etwa:
    Kostenlos: "Dieses Buch" Marcel Reich-Ranicki, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.5.2007
    100 EUR: "Ich habe dieses Buch mit Gewinn gelesen."
    500 EUR: "Ich habe dieses Buch mit Gewinn gelesen und empfehle es jedem Leser."

    Es wird sich sowieso bei den Lesern schnell rumsprechen, dass die Rezensionszitate auf Büchern künftig gekauft sind, da kann man mit dem Preis, den man als Verlag dafür bezahlt hat, vielleicht wenigstens noch Eindruck schinden.

    Ich halte die ganzen Versuche, das Rezensions-Zitatwesen künftig in Form von bilateralen Regelungen abzubilden, für absolut vergebliche Liebesmüh und möchte die Verantwortlichen im Börsenverein bitten, weiterhin im Dialog mit den relevanten Rezensionsmedienvertretern zu bleiben und eine konstruktive Lösung für die Situation zu finden.

  • Ein Autor

    Ein Autor

    DANKE!!!
    Diese Handreichung ist wirklich sinnvoll und hilfreich.
    TOLLER SERVICE!!!!!

    • ...

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