Plagiatsvorwurf gegen Autor

Riva Verlag stoppt Buch-Auslieferung

Der Münchner Riva Verlag hat die Auslieferung des Buches "Nachts um 3 Uhr klingelte der Nachbar. Mir ist vor Schreck fast die Bohrmaschine aus der Hand gefallen" von Rolf Hohenhaus gestoppt. Internetnutzer werfen dem Autor Plagiat vor.

Das Werk von Rolf Hohenhaus sollte eigentlich im September in den Handel kommen, schreibt "Der Tagesspiegel". Nun würden Zweifel an der Originalität der Beiträge von Rolf Hohenhaus laut. Der klare Vorwurf der User in den sozialen Netzwerken sei: "Plagiat!" Viele der von Hohenhaus veröffentlichten Twitter- oder Facebook-Sprüche, so der Tagesspiegel, seien bereits vorab von anderen Personen in Twitter veröffentlicht worden.

Inzwischen hat der Verlag auf seiner Facebook-Seite zu den Vorwürfen Stellung genommen: "Wir als Verlag leben vom Schutz des geistigen Eigentums", schreibt der Riva Verlag. Deshalb wollten sie alles tun, um etwaige Rechtsverletzungen zu unterbinden. "Wir bitten alle Twitterer, die einen selbst erfundenen Spruch von sich auf dieser Facebook-Seite entdecken, uns dies mitzuteilen, damit wir den Urheber nennen können oder, falls dieser an einer Veröffentlichung nicht interessiert ist, den Spruch aus dem Manuskript zu entfernen."

Julia Loschelder, stellvertretende Pressesprecherin der Münchner Verlagsgruppe, zu dem der Riva Verlag gehört, sagte dem Tagesspiegel: "Bis die Anschuldigungen der Urheberrechtsverletzung vollständig geklärt sind, werden wir das Buch nicht ausliefern."

Erst Anfang Juli hatte Loriot-Tochter Susanne von Bülow Klage gegen eine Biografie über ihren Vater eingreicht, da der Riva Verlag die Quellen der Loriot-Zitate nicht ordnungsgemäß genannt habe.

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4 Kommentar/e

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  • Frank Krings

    Frank Krings

    Ich sehe das ambivalent. Einerseits sind Tweets nun mal öffentlich. Und mit Curation Tools wie Storify kann jeder sehr schön eine Geschichte aus den Tweets fremder Leuter erzählen. (So wie es der BÖV während des Buchcamp / der Buchtage auch macht.) Das sollte auch weiterhin möglich sein. Die Urheber der Tweets sind bei Storify ja klar erkennbar und sogar direkt "follow-bar". Andererseits stört mich das Verkaufen fremder Tweets unter eigenen Namen wie es im Riva-Buch passiert ist. Die ursprünglichen Autoren der Tweets hätten im Buch angegeben sein müssen. Das wäre dann auch eine gute PR für die Verfasser dieser witzigen Tweets. Und es wäre auch nicht zu diesem Shitstorm gekommen.

  • Michael Wutz

    Michael Wutz

    @Frank Krings: Filme sind auch öffentlich im Fernsehen zu sehen. Bücher stehen öffentlich in Bibliotheken rum. Musik läuft öffentlich im Kaufhaus. Oha! Deswegen darf die dortigen Inhalte trotzdem niemand einfach klauen.

    Einbettung wie bei YouTube-Videos (etwa mit Storify) ist eine völlig andere Geschichte als einfach übernehmen, Autoren weglassen und auch noch Geld damit verdienen wollen.

  • Theo

    Theo

    geklaut hat er den Spruch hier: http://german-bash.org/?action=search_&searcht ext=klingelt

  • Chris

    Chris

    Sehr interessanter Artikel. Ich denke ich werde dort trotzdem mein <a href="http://www.frieling.de/manuskript-einre ichen">Manuskript einreichen</a>

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