Stroemfeld Verlag ist insolvent

KD Wolff beklagt sinkende Auflagen

Medienberichten zufolge hat Verleger KD Wolff (75) Insolvenz für den Stoemfeld Verlag angemeldet. Davon ausgenommen ist das Schweizer Tochterunternehmen Stroemfeld AG, in dem gerade der neueste Band der kritischen Robert-Walser-Werkausgabe erschienen ist.

KD Wolff

KD Wolff © Harald Schröder

Wie die „Frankfurter Rundschau“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichten, begründet KD Wolff den Schritt mit einem Einbruch beim Bibliotheksgeschäft und seit Jahren sinkenden Auflagenzahlen. Als letzte Mitarbeiterin ist im Verlag Lektorin Doris Kern geblieben. Der Messestand für die Frankfurter Buchmesse sei bereits storniert worden.  „Von dem letzten Band Kafka haben wir noch 1.200 Stück gedruckt“, so der Verleger gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, die den 75-Jährigen in seinem Frankfurter Verlag besucht hat, der zu einer Ikone der 68er-Bewegung wurde. 

Der Stroemfeld Verlag ist bekannt für seine kritischen Werkausgaben klassischer Texte (z.B. Keller, Kleist, Hölderlin). Der Verlag hält auch Werke des 2013 verstorbenen Frankfurter Autors Peter Kurzeck.

 

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1 Kommentar/e

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  • Mirjam Glaser

    Mirjam Glaser

    Das ist bitter. Einer der besten und klügsten Verlage muss Insolvenz anmelden. Wegweisende historisch-kritische Ausgaben unserer wunderbarsten Schriftsteller - wer auf sich hielt, hatte den Hölderlin abonniert, nicht nur die Uni-Institute! Überflieger und Querdenker wie Theweleit bestimmten einst den Diskurs, und Slow-tell-Erzähler wie Kurzeck füllte Lesesäle - darf ich mal kurz den alten Zeiten hinterherweinen, in denen all das lebte und wichtig war? und mal kurz fluchen auf Open-Access, der Universitätsbibliotheken zu Verschubstationen von Wissen macht, nicht mehr zu Einkäufern und Besitzern?
    Ich denke an ein altes Interview im Börsenblatt mit KD Wolff, in dem er bekannte, keine Angst vor dem Absturz zu haben, weil : Spaghetti sind immer da.
    Darf ich Tomatensoße vorbeibringen?

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