Träger ist der Verein Literarisches Museum

Reclam-Museum in Leipzig wird eröffnet

Gegenüber dem früheren Gebäudekomplex des Reclam-Verlags wird am 24. Oktober in Leipzig ein Reclam-Museum eröffnet. Träger ist der gemeinnützige Verein Literarisches Museum.

Blick in die Kreuzstraße: Links das Reclam-Carrée, ins Gebäude rechts zieht das Reclam-Museum

Blick in die Kreuzstraße: Links das Reclam-Carrée, ins Gebäude rechts zieht das Reclam-Museum © Hans-Jochen Marquardt

Das nach Angaben des Vereins weltweit erste Reclam-Museum liegt in der Kreuzstraße 12 in Leipzig. Das Museum möchte das Erbe von Anton Philipp Reclam und seinen Nachfolgern in Leipzig und in der Region pflegen. Geplant sind Ausstellungen, Lesungen, Gesprächsrunden, Vorträge und Angebote zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, teilt der Verein Literarisches Museum mit. Reclam feiert am 1. Oktober sein 190-jähriges Bestehen. 2006 hatte Reclam den Standort Leipzig geschlossen und sich auf den Standort Ditzingen konzentriert.

Erster Einblick in die Präsenzbiliothek

Erster Einblick in die Präsenzbiliothek © Hans-Jochen Marquardt

Eine Präsenzbibliothek umfasst circa 10.000 Hefte der Universal-Bibliothek sowohl der Leipziger als auch der Stuttgarter Produktion von 1867 bis heute − Basis ist die Privatsammlung des Vereinsmitglieds Hans-Jochen Marquardt. Die Dauerausstellung soll einen Überblick über die Vorgeschichte und die Geschichte der Universal-Bibliothek von ihren Anfängen bis zur Gegenwart bieten, den Wandel im äußeren Erscheinungsbild zeigen und Einblick in die thematische Vielfalt geben. Auch weniger bekannte Varianten und Nebenreihen sollenin den Blick genommen werden, dazu Kataloge, Werbemittel und gebundene Ausgaben.

Packen mit an (v.l.): Die Vereinsmitglieder Michael Lingohr, Hans-Jochen Marquardt und Reinhard Görbing

Packen mit an (v.l.): Die Vereinsmitglieder Michael Lingohr, Hans-Jochen Marquardt und Reinhard Görbing © Literarisches Museum

Besondere Exponate sind unter anderem der berühmte Reclam-Bücherautomat (Dauerleihgabe des Reclam-Verlags) und "Reclams Automaten-Bücher" und der 1910 eigens für die Reihe konstruierte, altarförmige Original-Reclam-Bücherschrank. Weiter tragbare Feldbüchereien aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, Tarnschriften (Antikriegsschriften, illegal getarnt im Reclam-Umschlag), Reclams Wochenend-Bücherei in tropensicherer Blechkassette, Lehrtafeln des Verlags von 1926 zur technischen Herstellung der Reclam-Bücher, Autographe von Ernst Reclam, Heinrich Reclam und Thomas Mann und die handschriftliche Druckfreigabe von Hermann Hesse auf den Druckfahnen seiner Erzählung "In der alten Sonne".

Der Trägerverein weist darauf hin, dass die gemeinnützige Schulgesellschaft Rahn Education die die Gründung des Museums ermöglicht habe. Sie hat zwei Räume im Souterrain mietfrei zur Verfügung gestellt und die Herstellung eines großen Reclam-Regals gesponsert. Der eigentliche Museumsraum ist rund 52 Quadratmeter groß, so Hans-Jochen Marquardt. Hinzu kommt ein kleinerer Vorbereitungsraum.

Eröffnung am 24. Oktober

Bei dem Museum handelt es sich nicht um eine Initiative des Reclam Verlags, teilen die Stuttgarter mit, freuen sich aber sehr über das Museum. Reclam-Geschäftsführer Wolfgang Kattanek wird auf der Eröffnungsveranstaltung am 24. Oktober (ab 18 Uhr) ein Grußwort sprechen. Und Guntram Vesper liest aus "Nördlich der Liebe und südlich des Hasses" (Schöffling).

Das Museum wird dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet sein.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

0 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • ...

    Informationen zum Kommentieren

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

  • ...
    Mein Kommentar

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

    (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
    CAPTCHA image
    Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

    * Pflichtfeld