Monetarisierung oder Marketing-Invest?

Was Unternehmens-Podcasts können

Ein Podcast macht Spaß und kann nützlich sein, ist jedoch erstmal ein Marketing-Invest - kein Allheilmittel. Dieses Fazit lässt sich nach dem Vortrag der Audience-Managerinnen Katharina Michael und Laura Reichert (Penguin Verlag) auf der future!publish in Berlin ziehen. 

Der zweite und letzte Tag der fünften future!publish am 31. Januar in Berlin stand ganz im Zeichen der Zukunft. Viele Vorträge und Workshops drehten sich um Veränderung und digitale Lösungen – „Destroy with joy“, „Bibliodiversität der Zukunft“ oder „Corporate Podcasts“.

Letzteres fand großen Anklang bei den Teilnehmern des Kongresses. Es gibt durchaus erfolgreiche und beliebte Podcastformate von Verlagen, wie beispielsweise ZEIT Verbrechen oder Alles gesagt?  von der Zeit, doch warum sind gerade diese Formate erfolgreich? Laura Reichert und Katharina Michael sagen ganz klar: Podcasts als reine Werbesendung funktionieren nicht! Das Format kann jedoch besonders komplexen Themen gerecht werden, die nicht in wenigen Sekunden in Form einer Werbung übermittelt werden können. Die direkte Kundenansprache und erzeugte Intimität durch die vermeintliche Zweisamkeit, wenn der Podcast mit Kopfhörern gehört wird, wollen natürlich genutzt werden. Vor allem, da die Monetarisierung von Podcasts in Deutschland noch nicht so fortgeschritten ist wie beispielsweise in den USA. Durch den erfolgreichen Podcast alleine kann also noch kein erhebliches Umsatzplus generiert werden.

Dazu kommt die Schwierigkeit des Tracking – welche Zielgruppe hört meinen Podcast? Erreiche ich die Menschen, die ich auch erreich möchte? Woher kommen meine Zuhörer? Die Schwierigkeit liegt dabei außerdem in dem stark themengetriebenen Erfolg. Ein Podcast wird nur gehört, wenn das Thema interessiert. Dieses Themenfindung  ist jedoch viel mehr Intuition als ein messbares Vorgehen.  Durch die schwierige Messbarkeit können andere Marketinginstrumente durchaus attraktiver sein, um festgelegte Ziele zu erreichen. Ein produzierter Podcast ist durch die schiere Masse an Podcasts in Deutschland auch nicht zwangsweise direkt für den Leser auffindbar. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen, sind Features auf anderen zentralen Plattformen sinnvoll, stellen jedoch erst mal einen Aufwand für das Unternehmen dar.

Die fehlende Transparenz und Einheitlichkeit der messbaren Daten lassen die Rechtfertigung des Aufwands aufgrund befriedigender Daten nicht immer zu. Doch warum sollte ein Unternehmen den Aufwand an zeitlichen und monetären Ressourcen dann überhaupt betreiben? Reichert und Michael werten den verlagseigenen Penguin Podcast des Penguin Verlags der Verlagsgruppe Random House und wichtigen Teil des Marketing-Mix, besonders hilfreich beispielsweise bei der Autorenakquise oder als Content-Marketinginstrumente für Sachbücher. Grund sind die erhöhte Reichweite mit dem Medium und die erreichbare Demografie. Also: Monetarisierung oder Marketing-Invest? Reichert und Michael ziehen ein Fazit: Ein Podcast macht Spaß und kann nützlich sein, ist jedoch erstmal ein Marketing-Invest - kein Allheilmittel. 

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