26. internationales Literaturfestival Berlin

Boualem Sansal übernimmt Schirmherrschaft

1. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Der algerisch-französische Schriftsteller Boualem Sansal, der bereits sechsmal Gast des internationalen Literaturfestivals Berlin (ILB) war, übernimmt in diesem Jahr die Schirmherrschaft des 26. Ausgabe.

Boualem Sansal im Porträt

Boualem Sansal

"Die Freiheit des Wortes in der Stadt der Freiheit"

Zur Eröffnung des Festivals am 3. September wird Boualem Sansal im Haus der Berliner Festspiele ein Grußwort sprechen. Zudem ist ihm eine eigene Veranstaltung gewidmet, in der er über sein literarisches Werk und seine persönlichen Überzeugungen spricht. Er wird außerdem an weiteren Veranstaltungen teilnehmen. 

"Es freut mich sehr, dass wir Boualem Sansal als Schirmherrn für das 26. Internationale Literaturfestival Berlin gewinnen konnten", erklärt Lavinia Frey, Leiterin des Internationalen Literaturfestivals Berlin. "Mit ihm übernimmt erstmals in der Geschichte des Festivals ein Schriftsteller diese Rolle. Boualem Sansal verbindet literarische Kraft mit einem wachen Blick auf die gegenwärtige Gesellschaft. Mit seiner unverwechselbaren Stimme steht er damit für das, was dieses Festival ausmacht: herausragende internationale Gegenwartsliteratur und die Freiheit des Wortes in der Stadt der Freiheit."

Barbara Wahlster, 1. Vorsitzende des Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik e.V., Trägerverein des Internationalen Literaturfestivals Berlin, ergänzt: "Boualem Sansal – ein Schriftsteller, der mit wortgewaltigen Romanen und streitbaren Texten, mit schwarzem Humor und poetischer Leichtigkeit nicht nur die Realität seines Heimatlandes Algerien sichtbar macht, sondern Haltung zeigt: für Freiheit, für Aufklärung, gegen Extremismus und die Einschränkung demokratischer Rechte. Eine Stimme von außergewöhnlicher Klarheit und internationaler Bedeutung."

Sansal, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (2011), wurde 2024 aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber politischen und religiösen Entwicklungen in Algerien sowie seiner Äußerungen zur Westsahara-Frage bei der Einreise in sein Heimatland verhaftet und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zahlreiche internationale Stimmen aus Kultur und Politik forderten seine Freilassung. Nachdem sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für ihn eingesetzt hatte, wurde Sansal im November 2025 begnadigt und nach Deutschland ausgeflogen.