Marie Schmidt kommentiert in der SZ die neuen Branchenzahlen

"Das muss alle beunruhigen"

14. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

In einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung warnt Marie Schmidt vor dem Trend, dass Menschen weniger Bücher haben wollen. Der Umsatzrückgang im Buchhandel 2025 sei keine Kleinigkeit, weil er auf die sinkende Bereitschaft hindeute, "sich mit Ideen anderer Menschen konzentriert zu beschäftigen". 

Screenshot der Überschrift des SZ-Artikels

Die Journalistin blickt auf Entwicklungen in den USA und stellt die (selbst)kritische Frage, wie oft man selbst zum Handy greife, während man die Zeitung oder ein Buch liest. Sie lobt den Buchhandel, der während der Lockdowns mit Versand und persönlicher Kundenbindung tapfer gegen den Sinkflug der Absätze gekämpft habe. "In den vergangenen Jahren stiegen die Umsatzzahlen sogar, als man den Hype um die Romance-Novels klug für sich nutzte und viele Fans zu Buchhandelsbesuchern machte. Aber gegen die Tendenz eines von tausend Bildschirmen betäubten Publikums kann der beste Geschäftssinn nichts ausrichten. Die Bedeutung des Lesens schwindet, und das muss alle beunruhigen. Auch die, die nicht ihr Geld damit verdienen."

"kindly invited"

Marie Schmidt ist auch Teilnehmerin eines Panels im Rahmen des Festivals „kindly invited“, das Ende Februar in Köln stattfindet. Unter dem Titel „Schwindende Vielfalt – wenn der Markt übernimmt“ diskutiert sie am 28. Februar mit Sebastian Guggolz, Odile Vassas, Hauke Hückstädt und Jan Valk u.a. über die Frage, ob Literatur, die keine hohen Verkaufszahlen oder Netzreichweiten hat, sukzessive aus der Öffentlichkeit verschwinde.