Mit 10.000 Euro dotiert

Deutscher Preis für Nature Writing 2026 geht an Alexander Schnickmann

20. Mai 2026
Redaktion Börsenblatt

Der Verlag Matthes & Seitz vergibt in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und der Stiftung Kunst und Natur den Deutschen Preis für Nature Writing 2026 an Alexander Schnickmann für sein Prosaexperiment "Fuck Nature Start Writing".  

Alexander Schnickmann

Alexander Schnickmann

In der Jurybegründung heißt es: "Ein Schubladenfund in den Räumen eines gescheiterten Buchverlags bringt eine Reihe ausgedruckter E-Mails zum Vorschein. Ihr Verfasser, der im Begriff ist, für den Verlag ein Tierportrait über Asseln zu schreiben, äußert darin ein zunehmendes Unbehagen – an der eigenen Arbeit, vor allem aber am Erscheinungsbild des deutschsprachigen Nature Writing. Das ist die Konstellation, die Alexander Schnickmann in seinem Prosaexperiment 'Fuck Nature Start Writing' entwirft. Aus der Fülle von über 270 anonymisierten Einreichungen hat er die Jury des Deutschen Preises für Nature Writing am meisten überzeugt.

Mit großer Spielfreude und Widerständigkeit gegenüber den weithin beliebten Tierarten des naturkundigen Genres, die eine idyllische, heroische oder auch possierliche Identifikation ermöglichen, verknüpft Schnickmann in seiner Found-Footage-Fiktion den Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft mit einer Reflexion über die Fallstricke und Sackgassen des zeitgenössischen Nature Writing."

Über den Autor

Alexander Schnickmann, 1994 geboren, aufgewachsen in Bergkamen im Ruhrgebiet, lebt als Schriftsteller in Berlin. 2023 wurde er mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet. Essays, Prosa und Gedichte erschienen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Sein Debüt "requiem" erschien 2024 bei Matthes & Seitz Berlin. Zuletzt erschien der Gedichtband "Gestirne", ebenfalls bei Matthes & Seitz Berlin.

Der Preis und die Jury

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert sowie einem sechswöchigen Schreibaufenthalt in den Räumlichkeiten der Stiftung Kunst und Natur inmitten ihres weitläufigen Natur- und Veranstaltungsgeländes im bayerischen Voralpenland. Verliehen wird er im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin ilb, am Dienstag, dem 8. September.

Neben dem Hauptpreis werden zwei Stipendium vergeben: Kameliya Taneva und Lena Schnabl gewinnen jeweils eine Teilnahme am prominent besetzten Nature-Writing-Seminar der Stiftung Kunst und Natur im November.

Die Jury bilden in diesem Jahr die Journalistin und Autorin Petra Ahne, Jean-Marie Dhur, Mitbetreiber der Kreuzberger Buchhandlung Zabriskie, der Literatur- und Kulturwissenschaftler Steffen Richter, die Bild- und Medienwissenschaftlerin Birgit Schneider sowie der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Florian Werner.