"Ich hatte mir vorgenommen, sachlich zu bleiben", erklärt Tim Holland, Lyriker, Literaturvermittler, Verleger und Jahresjury-Mitglied. "Auf die Spracharbeit der Gedichte wollte ich achten, auf die Konkretheit der Bilder, auf den vielleicht schon eigenständigen Ton. Und dann habe ich diese Gedichte gelesen. Ich war nicht vorbereitet. Diese Texte sind offen und präzise, wütend und zärtlich – alles zugleich. So vielfältig die Ausdrucksweisen sind, in ihnen kann man eine radikale Hinwendung zur Welt lesen, ohne schamhaftes Zögern, ohne zynischen Schutzabstand. In einer Sprache, die sich traut, nah zu sein. Dabei geben die Gedichte keine fertigen Antworten, sondern versuchen, mitten in dieser fordernden Gegenwart, überhaupt erst herauszufinden, was man denkt. Was man fühlt. Das solltet ihr lesen!"