Statistisches Bundesamt veröffentlicht Zahlen zu Kulturberufen

Ein Drittel verdiente weniger als 1.500 Euro

21. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Im Jahr 2024 waren in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 1,3 Millionen Personen in Kulturberufen tätig – vom Kunsthandwerk bis zum Journalismus. Niedrige Einkommen seien in diesem Bereich überdurchschnittlich verbreitet.

 Buchhändlerin stützt sich entspannt auf einen Büchertisch auf

Das Statistische Bundesamt hat die Daten auf Basis des Mikrozensus erhoben und vergleicht sie mit dem letztmaligen Berichtsjahr, dem Pandemiejahr 2021. Rund 3 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2024 in Kulturberufen, das waren 6 Prozent mehr als 2021. Der Anteil der Frauen betrug wie in den Vorjahren 52 Prozent.

Für die Sparte Literatur und Presse wurden 443.00 Erwerbstätige gezählt. 18.000 waren in Berufen im Buchhandel tätig, der Anteil der Frauen lag bei 78 Prozent. Im Bibliothekswesen wurden 30.000 Erwerbstätige gezählt, 80 Prozent von ihnen Frauen.

Hohe Selbständigen-Quote

Der Anteil der Selbständigen in Kulturberufen lag bei rund 33 Prozent (2021: 34 Prozent) und damit deutlich über dem Durchschnittswert aller Berufe von rund 9 Prozent. Besonders hoch war die Selbständigen-Quote im Bereich Kunsthandwerk und bildende Kunst (85 Prozent) sowie in der Moderation und Unterhaltung (61 Prozent). Deutlich geringer fiel der Anteil in den Bereichen Veranstaltungsservice und -management (17 Prozent) sowie Redaktion und Journalismus (26 Prozent) aus.

Niedrige Einkommen

Niedrige Einkommen seien im Kulturbereich überdurchschnittlich verbreitet, so das Statistische Bundesamt: Rund 33 Prozent der Erwerbstätigen in Kulturberufen erzielten 2024 ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro, gegenüber rund 25 Prozent bei allen Erwerbstätigen in Deutschland. Ein höheres monatliches Nettoeinkommen von mindestens 2.500 Euro erzielten 34 Prozent der Erwerbstätigen in Kulturberufen, während es 39 Prozent bei allen Erwerbstätigen in Deutschland waren.

Besonders häufig lagen die Einkommen im unteren Bereich unter 1.500 Euro netto in den Berufen Kunsthandwerk und bildende Kunst (57 Prozent) sowie im Buch-, Kunst-, Antiquitäten- und Musikfachhandel (52 Prozent). Höhere Einkommen von über 2.500 Euro netto erzielten dagegen Beschäftigte im Produkt- und Industriedesign (54 Prozent) sowie in der Theater-, Film- und Fernsehproduktion (50 Prozent).

Die Einkommensangaben basieren auf dem im Mikrozensus erhobenen persönlichen Nettoeinkommen. Dieses umfasst laut Statistischem Bundesamt alle Einkunftsarten nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen und wird in monatlichen Einkommensklassen erfasst. Unregelmäßige oder variable Einkommen werden dabei nur begrenzt abgebildet. Die Angaben beziehen sich auf Einzelpersonen, nicht auf Haushalte.