Der Börsenverein Baden-Württemberg fordert gemeinsam mit den Baden-Württembergischen Preisträger:innen des Deutschen Buchhandlungspreises 2025, die Kriterien für den Ausschluss von drei der 118 von der Jury ausgewählten Buchhandlungen öffentlich zu machen, und appelliert an Kulturstaatsminister Weimer, seine Entscheidung rückgängig zu machen.
"Dass drei von 118 Buchhandlungen nach unbelegten Hinweisen durch den Verfassungsschutz vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen werden, ist nicht hinnehmbar", formuliert der Vorstand des Börsenvereins Baden-Württemberg. "Wir fordern deshalb eine Offenlegung der Kriterien, die zu diesem Ausschluss geführt haben. Sollte sich bewahrheiten, dass der Ausschluss auf Grundlage veralteter oder falscher Einschätzungen erfolgt ist, sollte diese Entscheidung zurückgenommen und den betroffenen Buchhandlungen der von der Jury zuerkannte Preis (...) übergeben werden", so Thomas Lindemann, Vorsitzender der Börsenvereins Baden-Württemberg.
"Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis werden Buchhandlungen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um die gesellschaftliche Bedeutung des Kulturguts Buch sowie um das kulturelle Leben vor Ort verdient gemacht haben oder ein besonders vielfältiges oder auch spezielles Buchsortiment anbieten", so lauten die Kriterien zur Vergabe des Preises. Der Börsenverein hebt hervor, dass zahlreiche auch nicht ausgezeichnete Buchhandlungen in Baden-Württemberg tagtäglich diese wichtige kulturelle Arbeit leisten. Auch wenn der Ausschluss keine baden-württembergischen Buchhandlungen betrifft, ist der Entscheidung des BKM entschieden entgegenzutreten, um künftig willkürlich motivierte Zensur zu verhindern. An keiner Stelle sei zu erkennen, wo die inkriminierten Buchhandlungen gegen die vom BKM o.g. Auswahlkriterien verstoßen haben sollen.
Wissend um die schwierige wirtschaftliche Situation unabhängiger Buchhandlungen einerseits sowie die noch wichtigere Würdigung der herausragenden Arbeit der ausgezeichneten Buchhandlungen andererseits fordert der Verband seine Mitgliedsunternehmen auf, den Buchhandlungspreis entgegenzunehmen, um die künftige Vergabe des Preises nicht durch möglicherweise willkommene falsche Anlässe zu gefährden. Der Deutsche Buchhandlungspreis sei eine Erfolgsgeschichte für die Wahrnehmung von unabhängigen Buchhandlungen und deren unermüdliches Engagement für Bildung und Leseförderung vor Ort, das weit über die wirtschaftliche Relevanz hinausgeht. Deshalb muss, so fordert der Börsenverein Baden-Württemberg, der Preis an alle Buchhandlungen vergeben werden, die hierfür von der Jury vorgeschlagen wurden.
Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das unsere Branche benötigt wie die Luft zum Atmen. Wir müssen es bewahren und setzen uns zur Wehr gegen Willkür und Gesinnungsschnüffelei.