Bund der Literaturräte

"Eine unabhängige Kulturlandschaft lebt von Vertrauen, Offenheit und Vielfalt"

17. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten rund um bundesgeförderte Kulturpreise, plädiert der Bund der Literaturräte in einem Statement "für eine konsequente Ausrichtung kulturpolitischer Maßnahmen an der Meinungs- und Kunstfreiheit". 

Die Literaturräte der Länder Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen bekräftigen vor dem Hintergrund aktueller kulturpolitischer Diskussionen die zentrale Bedeutung der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Kunstfreiheit.

Sie rufen in ihrem Statement Bund und Länder dazu auf, diese Freiheiten aktiv zu stärken und als unverzichtbare Grundlage einer lebendigen, demokratischen Kultur zu fördern. "Kunst und Kulturinstitutionen aller Sparten müssen die Freiheit haben, gesellschaftliche und politische Entwicklungen kritisch zu begleiten und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und Räume, die genau diesen offenen Austausch ermöglichen", so Jens Kirsten, Sprecher des Bundesverbands der Literaturräte und Geschäftsführer des Thüringer Literaturrats.

Die unabhängige Auswahl von Preisträger:innen, Ausgezeichneten und andere Förderentscheidungen im Kulturbereich sind die Voraussetzung für Kunstfreiheit.

Bund der Literaturräte

Debatte um Buchhandlungspreis als ein Auslöser

Die Literaturräte sehen in aktuellen Debatten – etwa im Zusammenhang mit Entscheidungen rund um bundesgeförderte Kulturpreise – Anlass, sich nachdrücklich für die Prinzipien des Grundgesetzes als handlungsleitend für kulturpolitische Entscheidungen einzusetzen. Eine starke und unabhängige Kulturlandschaft lebe von Vertrauen, Offenheit und Vielfalt – und davon, dass ihre Institutionen frei agieren können.

Die unabhängige Auswahl von Preisträger:innen, Ausgezeichneten und andere Förderentscheidungen im Kulturbereich seien die Voraussetzung für Kunstfreiheit. Jurys würden nach fachlichen, inhaltlichen und ästhetischen Grundsätzen auswählen. Der Bund der Literaturräte plädiert daher für eine konsequente Ausrichtung kulturpolitischer Maßnahmen an der Meinungs- und Kunstfreiheit. Nur auf dieser Grundlage könne kulturelles Schaffen in Deutschland "seine gesellschaftliche Rolle voll entfalten und weiterhin Impulse für Dialog, Verständigung und demokratische Entwicklung geben".