Preisverleihung findet im November statt

Erich Fried Preis 2026 geht an Fiston Mwanza Mujila

7. Juli 2026
Redaktion Börsenblatt

Der in Graz lebende und aus dem Kongo stammende Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis 2026. Das hat die deutsche Schriftstellerin und Verlegerin Daniela Seel, alleinige Jurorin 2026, entschieden.

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila

In der Jurybegründung von Daniela Seel heißt es: "Fiston Mwanza Mujila verbindet in seinen Texten auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken, die alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen, immer eingewoben in Musik und das Flüstern, Lachen, Spotten, Jammern, Fluchen, Jauchzen, Rauschen, Kosen und Loben der menschlichen Stimme. Fiston Mwanza Mujila zu lesen oder performen zu hören, führt an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens in all unserer Gemachtheit aus Hoffnung, Traum, Liebe, Hybris, Gewalt und Geschichte."

Fiston Mwanza Mujila, 1981 in Lubumbashi (DR Kongo) geboren, lebt und arbeitet seit Jahren in Graz, schreibt vorwiegend auf Französisch Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz. Für seinen 2016 bei Zsolnay erschienenen Debütroman "Tram 83" (aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Katharina Meyer und Lena Müller) erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. 2022 veröffentlichte Fiston Mwanza Mujila seinen zweiten Roman "Tanz der Teufel" (wieder bei Zsolnay, wieder in der Übersetzung von Katharina Meyer und Lena Müller) und den Lyrikband "Kasala für meinen Kaku" (Ritter Verlag, aus dem Franz. ins Deutsche übertragen von Elisabeth Müller).

Über die Auszeichnung

Der Erich Fried Preis ist eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen Österreichs. Sie wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben und in jedem Jahr neu von Einzeljuror:innen entschieden. Die Auswahl der Juror:in trifft ein biennal wechselndes dreiköpfiges Kuratorium aus Mitgliedern der Erich Fried Gesellschaft. Derzeit gehören dem Kuratorium die Autorinnen Pegah Ahmadi, Hanna Engelmeier und Olga Grjasnowa an. Der Preis wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gestiftet und ist mit 15.000 Euro dotiert. Preisträger:innen der letzten Jahre waren u. a. Teresa Präauer, Steffen Mensching, Esther Kinsky, Frank Witzel, Melinda Nadj Abonji, Thomas Kunst, Urs Allemann und zuletzt Cemile Sahin.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 15. November um 11 Uhr im Literaturhaus Wien statt.