Über 100 Veranstaltungen

"Frankfurt liest ein Buch": Das Programm ist da!

25. März 2026
Redaktion Börsenblatt

In der Ausgabe 2026 von "Frankfurt liest ein Buch" (20. April bis 3. Mai) steht "Gott und die Welt" (Edition W) von Marie Luise Kaschnitz im Mittelpunkt. Das Programm des Lesefestivals wurde jetzt veröffentlicht. 

Logo von "Frankfurt liest ein Buch"

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Vom 20. April bis 3. Mai 2026 drehen sich über 100 Veranstaltungen um die autofiktionale Prosa "Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau" von Marie Luise Kaschnitz (Edition W). Schwerpunkt sind diesmal die 1960er Jahre in Frankfurt am Main, so die Ankündigung. Die Themen variieren von Wohnungsnot und Häuserkampf über die Frankfurter Literaturszene Nachkriegsdeutschlands, in der Marie Luise Kaschnitz prägend gewirkt hat, bis hin zu persönlichen Erinnerungen von Zeitzeug:innen.

Die Bandbreite an Veranstalter:innen, Spielorten, Mitwirkenden und Formaten ist auch im 17. Jahr des Festivals wieder sehr groß. Die Angebote reichen von der Buchvorstellung im Seniorentreff bis zur Rezeption von Briefen an Siegfried Unseld aus dem Literaturarchiv der Universität, von der Gartenlesung am Günthersburgpark bis zum Kaschnitz-Abend in den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt. Das Programm sei wie immer auch inklusiv, generationenübergreifend und biete viel Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Cover von "Gott und die Welt"

Cover

Mit Marie Luise Kaschnitz‘ "Gott und die Welt" wird Frankfurt ein weiteres Mal zu einem großen, öffentlichen Buchclub für alle, die sich für Literatur interessieren. 

Persönliche Erinnerungen, Verbindungen und Nachlassenschaft spielen bei "Frankfurt liest ein Buch" 2026 eine große Rolle. So spricht etwa Marie Luise Kaschnitz‘ Lektor Klaus Reichert mit der Frankfurter Literaturreferentin Sonja Vandenrath im Goethe-Haus über seine Arbeit und Freundschaft mit der Autorin. Schätze aus dem Nachlass von Horst Bingel – einst Nachbar von Marie Luise Kaschnitz – werden genauso wie Briefe aus dem Literaturarchiv der Universität ans Tageslicht gebracht. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig, deren eigene Biografie mit Marie Luise Kaschnitz verwoben ist, kommt darüber mit den Bücherfrauen Frankfurt/Rhein-Main im Museum Giersch ins Gespräch. Andernorts rückt Marie Luise Kaschnitz’ starker Italienbezug in den Mittelpunkt, der für ihr Schaffen, aber auch ihre Frankfurter Zeit relevant ist: sowohl in der Deutsch-Italienischen Vereinigung als auch in der Buchhandlung Weltenleser wird der Verbindung von Frankfurt mit Rom auf den Grund gegangen.

Was ist 2026 neu?

Orte und Formate: Jedes Jahr kommen neue Orte und Veranstalter ins Programm von Frankfurt liest ein Buch. 2026 gibt es etwa erstmals Veranstaltungen in Bockenheim in der Dondorfschen Druckerei 2og:dondorf und im Mayer49, außerdem sind die Weinstube Sachsenhausen, das Alte Portal 188 am Hauptfriedhof oder etwa Radio X als Sender mit Kaschnitz-Programm neu dabei. Neue Angebote für ältere Besucher:innen sind hinzugekommen im Literaturtreff Langen und mit der Kursana Villa am Dornbusch. Zu den neuen Veranstaltungsformaten zählen Lesepartys in Bockenheim sowie ein Literatur-Gottesdienst in Eschborn. Wieder dabei sind u.a. das Kulturhaus oder das THEATEReMOTION.

Inklusive Angebote: Beim 17. Lesefestival gibt es mehrere Angebote für gehörlose Besucher:innen, vornehmlich initiiert und kuratiert von der Frankfurter Schauspielerin Cornelia Niemann. Im Cronstetten-Haus erreicht sie ein Seniorenpublikum, im Mehrgenerationenhaus Gallus bringt sie junge Akteurinnen mit einem gemischten Stadtteilpublikum zusammen und spricht mit Musik und Projektionen Hörende, Gehörlose und Hörgeschädigte an.

Ein Verleger unterwegs: Im 125. Geburtsjahr von Marie Luise Kaschnitz kann die Autorin mit dem Herausgeber ihrer Tagebuchprosa "Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau" gefeiert werden. Rainer Weiss von der Edition W ist im Rahmen von "Frankfurt liest ein Buch" 2026 viel unterwegs: Im Literaturhaus Frankfurt gibt es ein Werkstattgespräch mit Sabine Baumann, Vorsitzende Frankfurt liest ein Buch e.V. Im Union Club stellt Rainer Weiss das Festivalbuch in bewährter Kombination mit Dinner vor, im Kulturkeller Höchst, in Rödelheim und Eschborn ist er zu Gast sowie zum Abschluss des Lesefestivals in der Volksbühne, wo wiederum Sabine Baumann noch einmal die vergangenen zwei Wochen mit ihm reflektiert. Die Edition W lädt auch selbst ein: am 1. Mai wird in den Räumen und im Garten des Neu-Isenburger Verlags bei einer Matinee über Marie Luise Kaschnitz, das Büchermachen und die Verlagsarbeit gesprochen.

Weitere Infos

Karten und Reservierungen für die Veranstaltungen des Festivals sind über die verschiedenen Veranstalter:innen möglich.

Das komplette Programm findet sich hier: www.frankfurt-liest-ein-buch.de