Novitäten

Literatur aus aller Welt

13. Mai 2026
Marcella Melien und Matthias Glatthor

Den Alltag anderer Kulturen kennenzulernen: Das ist in Zeiten von Globalisierung und Migration wichtig fürs Miteinander. Hier kommt eine Auswahl neuer Romane, die dabei helfen können.

Illustration einer Landkarte der Welt

Aus Japan wird gerade viel "Healing Fiction" ins Deutsche übersetzt, oft angesiedelt in gemütlichen Cafés oder inspirierenden Buchläden. Der Büroalltag in "Richtig gutes Essen" (Ü: Yoko Ann Hamann, DuMont, 160 S., 23 €) ist dagegen alles andere als cosy: Hier sind Leistung und jede Menge Überstunden gefragt. Im Zentrum des Romans stehen ­Nitani, der am liebsten von ­Instant-Nudelsuppe leben würde, sowie seine Kolleginnen Oshio und Ashikawa. Mit Oshio geht Nitani nach der Arbeit Bier trinken und lästern. Ashikawa verabschiedet sich oft frühzeitig nach Hause und bringt als Entschädigung süßes Gebäck für das Team mit. Sie wäre in einem romantischen Café besser aufgehoben, kommt so aber auch im Büro durch, sehr zum Ärger von ­Oshio. Klingt nach einer klassischen Dreiecksgeschichte, aber ­Autorin Junko Takase zeigt daran vor allem gesellschaftliche Erwartungen und Dynamiken.

Schlangenmenschen

In ihrem zweiten Roman "Sister Snake" (Ü: Zoë Beck, Culturbooks, 328 S., 24 €) versetzt Amanda Lee Koe die chinesische Legende der weißen Schlange, die Menschen­gestalt annimmt, in die Gegenwart. Die Schwestern Emerald und Su haben ihre Schlangenkörper gegen eine menschliche Existenz eingetauscht und so einige Jahrhunderte verbracht, bis sie im 21. angekommen sind. Als Su Emerald aus New York zu sich nach Singapur holt, geht einiges schief, denn Emerald fällt es schwer, sich in das geordnete Leben dort einzufinden. Eine rasante Geschichte über unterschiedliche Schwestern, die in ihrem Streiten und Ringen um die richtige Art zu leben doch ziemlich menschlich sind.

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