Bei den Figuren ist die Arbeit ebenfalls sehr unterschiedlich: manche Autor:innen schreiben sehr intuitiv und szenisch, und die Figuren sind lebendig, brauchen aber noch einen inneren roten Faden, ihre Motivation muss geschärft werden. Andere haben ein Personal, in dem jede Figur eine feste Rolle und Funktion hat, darunter kann jedoch die Individualität und Authentizität der Charaktere leiden. Manchmal braucht es hier mehr Differenzierung, mehr Graustufen. Es ist also jedes Mal eine ganz andere Reise, die man gemeinsam antritt, der Einfluss der Lektorin auf den Text kann aber je nach Offenheit der Autor:innen groß sein.
Bei Übersetzungen dagegen beschränkt sich der Einfluss naturgemäß auf Ton und Sprache, der Plot wird ja nicht mehr verändert. Ein minimaler Einfluss auf die Charakterisierung der Figuren aber bleibt, denn sie werden ja auch dadurch zum Leben erweckt, wie sie sprechen. Und am Ton wirkt die Lektorin immer mit.