Umfrage

Nur 30 Prozent würden sich mit Landkarten zurechtfinden

31. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Wer draußen unterwegs ist, verlässt sich heute meist auf digitale Navigation – mit einer gedruckten Landkarte kann offenbar kaum noch jemand umgehen. Das hat eine Bitkom-Umfrage ergeben. 

Lediglich 30 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren finden sich mit einer gedruckten Karte zurecht: 11 Prozent schätzen ihre Fähigkeiten dabei als sehr gut ein, weitere 19 Prozent als eher gut. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

Eher schlecht schätzen sich 19 Prozent ein, so die Bitkom-Mitteilung zur Umfrage weiter, weitere 17 Prozent könnten sich mit gedruckten Karten nach eigener Einschätzung nur sehr schlecht orientieren. 26 Prozent können dies nicht beurteilen – mutmaßlich, weil sie noch nie mit einer gedruckten Karte unterwegs waren und sie ihre entsprechenden Fähigkeiten nicht einschätzen können.

Jüngere greifen seltener zur Landkarte

Wie sicher sich Menschen mit gedruckten Karten fühlen, sei auch eine Generationenfrage:

  • Unter den 16- bis 29-Jährigen trauen sich lediglich 20 Prozent zu, sich gut damit orientieren zu können.
  • Bei den Menschen ab 65 Jahren sind es mit 41 Prozent mehr als doppelt so viele.  

Dabei halte andererseits eine deutliche Mehrheit die Fähigkeit zur analogen Orientierung weiterhin für wichtig: 61 Prozent sind der Meinung, jede und jeder sollte auch heute noch lernen, sich im Zweifel mit einer Papierkarte zurechtzufinden.

Tatsächlich würden 28 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben noch gedruckte Stadtpläne, Straßen- oder Wanderkarten oder Atlanten nutzen – allerdings selten. Jeweils 1 Prozent greift wöchentlich beziehungsweise mehrmals im Monat darauf zurück, weitere 26 Prozent einmal im Monat oder seltener.

Navigationsapps im Urlaub besonders gefragt

Demgegenüber nutzen insgesamt 84 Prozent der Deutschen im Alltag Navigationsapps, etwa auf dem Smartphone, im Auto oder am Computer.

  • Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es mit 95 Prozent nahezu alle,
  • in der Altersgruppe ab 65 Jahren sind es 65 Prozent.

Dabei werden Navigationsapps nicht unbedingt täglich benötigt: 1 Prozent nutzt sie jeden Tag, 11 Prozent mehrmals pro Woche und 16 Prozent etwa einmal pro Woche. Weitere 23 Prozent verwenden sie mehrmals im Monat, 33 Prozent einmal im Monat oder seltener, so Bitkom.

Navigationsapps haben für viele eine hohe Bedeutung: Die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) sagt, sie wäre ohne Navigationsapp im Alltag aufgeschmissen. Unter den 16- bis 29-Jährigen trifft das auf 60 Prozent zu, unter den Menschen ab 65 Jahren auf 36 Prozent.

Im Urlaub ist die Abhängigkeit noch größer: Insgesamt 58 Prozent hätten dort ohne Navigationsapps erhebliche Probleme – unter den Jüngeren wären dort 67 Prozent aufgeschmissen, unter den Älteren 43 Prozent.

Orientierungssinn verschlechtert sich

Der Komfort digitaler Navigation hat aus Sicht vieler Menschen also auch eine Kehrseite:

  • Zwei Drittel (66 Prozent) berichten, ihr Orientierungssinn habe sich durch Navigationsapps verschlechtert.
  • Unter den 16- bis 29-Jährigen teilen 71 Prozent diese Einschätzung, bei den Menschen ab 65 Jahren sind es 53 Prozent.

Immerhin knapp ein Fünftel der Deutschen (18 Prozent) würde den Anweisungen einer Navigationsapp nach eigenen Angaben selbst dann folgen, wenn sie unlogisch erscheinen. Zwischen den Generationen gibt es hier vergleichsweise geringe Unterschiede: Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es 18 Prozent, unter den Menschen ab 65 Jahren 15 Prozent.