Es ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die Klaus G. Saur als Verleger geschrieben hat. Er hat ein enzyklopädisches Weltreich geschaffen, ein Weltarchiv der menschheitlichen Kulturdaten. Das ist nur möglich, wenn man seine Visionen in verlegerische Machbarkeit umsetzt, wenn man über ein dichtes verlässliches Netzwerk aus Autoren, Herausgebern, Wissenschaftlern und Institutionen verfügt, wenn man das Netzwerk nicht nur technokratisch, sondern auch empathisch pflegt und wenn man sich selbst mit großer Bereitschaft als aktiver Partner in das Beziehungsgeflecht professionell, gesellschaftlich und sozial einbringt.
Er machte aus Empfängen strahlende Ereignisse, er lud herausragende Persönlichkeiten zu viel beachteten Vorträgen, er unterstützte großzügig mit Eigenmitteln, vermittelte Schenkungen und trommelte mit nicht nachlassender Initiative für kulturelle Projekte und Förderprogramme.
Ein eindrucksvolles Beispiel von vielen erlebten wir beim jährlich stattfindenden Weltkongress der Bibliotheken IFLA. Er schuf dort vielfältige Möglichkeiten der Begegnung, mit denen sich die gegenseitige Abschottung überwinden ließ, sogar in Zeiten des Kalten Krieges. Dieser Vertrauensvorschuss half, nach dem Ende der Sowjetunion, in den mittel- und osteuropäischen Staaten eine unabhängige Buchhandels- und Bibliotheksstruktur aufzubauen. Aber auch den Prozess der Wiedervereinigung hat er mit großer Sensibilität und Kenntnis aktiv mitgestaltet. Ein großes Anliegen war ihm die Aufarbeitung der NAZI-Zeit und die Bedeutung des Deutschen Exils.