Subversive Kraft
Der belarussische Exilautor Alhierd Bacharevič erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Sein Roman "Europas Hunde" erfindet Welten – und eine eigene Sprache.
Alhierd Bacharevic
Der belarussische Exilautor Alhierd Bacharevič erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Sein Roman "Europas Hunde" erfindet Welten – und eine eigene Sprache.
Alhierd Bacharevic
Mit seinem 740-Seiten-Roman "Europas Hunde" (Voland & Quist) holt der Schriftsteller Alhierd Bacharevič sein hassgeliebtes Heimatland Belarus aus dem literarischen Abseits nach Europa. Es ist ein Werk, das virtuosen Aberwitz mit einer leidgeprüften Ernsthaftigkeit vermählt, die regionalen Ursprungs ist: "Geboren werden heißt für Osteuropäer, lebendig begraben zu werden." So liest man es im Roman und so fühlt sich die Hauptfigur Oleg Olegowitsch – ein erfolgloser Autor, verschreckter Ehemann und begnadeter Eskapist, der sich Welten aus Papier baut und irgendwo in Minsk in einer "räudigen Einraumbutze" lebt. Außerdem laboriert er an der Sprachkrise: "Euer Russisch hab ich auch so was von über, ich kann es gar nicht sagen." Es sei eine "mit Angst infizierte" Sprache, die nach "Durchsuchungsbefehl" und "Wohnraumverwaltungskommission" klinge.