Der Buchblog-Flaneur: Zehn Leseempfehlungen aus dem Oktober 2026

"Unbedingt lesen"

2. November 2026
Redaktion Börsenblatt

Frankfurter Buchmesse, Verkündung des Literaturnobelpreises, Verleihung des Deutschen Buchpreises - der Oktober steht jedes Jahr ganz im Zeichen der Literatur. Doch auch jenseits der genannten großen Termine gab es eine Menge zu berichten und beim Bummel durch die bunte Welt der Buchblogs sind wieder zehn spannende Fundstücke zusammengekommen. 

Uwe Kalkowski

Uwe Kalkowski

Anne Carson

Bleiben wie noch kurz beim Literaturnobelpreis. Im Blog Kommunikatives Lesen rezensiert Alexander Carmele den Band "Rot" der diesjährigen Preisträgerin Anne Carson. Eine wunderbare Besprechung, die sich intensiv mit dem Text beschäftigt. 

In seinem Blog Buch-Haltung schreibt Marius Müller über die Influencierung des Buchmarkts. Und die damit einhergehende Aushöhlung einer fundiert-kritischen Beschäftigung mit Literatur: selbstdarstellerischer "Content" statt lesenswerter Buchkritiken. Ein meinungsstarker Text, dessen Lektüre ich unbedingt empfehle. 

Bloggerin Sabine Delorme berichtet in ihrem Blog Binge Reading & More darüber, wie sie eigentlich nur den Roman "Das zweite Paradies" von Hilde Domin lesen. Daraus wurde dann eine Reise tief hinein in die Lebensgeschichte und das Werk der großen Lyrikerin. Und ein sehr lesenswerter Blogbeitrag. 

Immer wieder New York

Der Blog ersatzgestalt bietet einen großartigen Einstieg in das Thema Literaturzeitschriften. Auf einer Übersichtseite findet man eine feine Auswahl mit weiterführenden Beschreibungen, aber auch Links zu Texten über den Sinn und Nutzen von Literaturzeitschriften oder auch zu einem Text, der sich mit den Literaturmagazinen der DDR beschäftigt. 

Es dürfte kaum eine andere Stadt geben, die so oft in Filmen und Romanen vorkommt wie New York. In ihrem Buch "Die Stadt, die sie schrieben" porträtiert Isabella Caldart zahlreiche Autorinnen, die mit ihren Werken diese faszinierende Stadt verewigt und unser Bild von ihr mitgeprägt haben. Im Blog leseschatz stellt Buchhändler und Blogger Hauke Harder das Buch mit großer und ansteckender Begeisterung vor. 

Im Taschen Verlag ist wieder eine editorische und herstellerische Besonderheit erschienen: "Star Wars Comics Library Vol.1 1977-1979". Für alle Fans ein absolutes Must-Have. Und Bloggerin Sandra Wiegratz schreibt in ihrem Blog Booknapping warum das so ist. 

Buchflaneur

Gabriel Garcia-Marquez

Ein Roman über mehrere Generationen Frauen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und weitergegebenen Konflikten: Dazu gab es in den letzten Jahren einiges zu lesen. In ihrem Blog LiteraturReich stellt Petra Reich den Roman "Muttertage" von Jennifer Segebrecht vor und beschreibt, warum für sie dieses Buch trotz des bekannten Themas heraussticht. 

Im Blog altmodisch:lesen macht die Besprechung des Romans "Menschen wie wir" von Thị Thanh Thảo Trần sehr neugierig auf das Werk. So sehr, dass es das Fazit fast nicht mehr bräuchte: "Unbedingt lesen!"

Zehn Jahre nach dem Tod von Gabriel García Márquez wurde dessen letztes Werk "Wir sehen uns im August" veröffentlicht. Gegen seinen erklärten Willen gaben es seine Erben frei. Im Blog BuchUhu stellt Andreas Steppan das Buch vor und geht dabei einordnend auch auf die Publikationsgeschichte ein. 

Für ihren Roman "Mittelberge" erhält die Autorin Kerstin Specht am 30. November den diesjährigen Tukan-Preis der Stadt München. Schon diese Information wäre ein Grund, sich dieses Buch einmal genauer anzuschauen - durch die Besprechung im Blog Literatur im Fenster wird dieser Wunsch nochmals dringlicher. 

In meinem eigenen Blog Kaffeehaussitzer schreibe ich über das Verhältnis zwischen Literatur und Künstlicher Intelligenz - Auslöser dafür war ein Interview mit Dave Eggers in der ZEIT. Spoiler: "Es gibt keine KI-Kunst oder KI-Literatur. Nur Menschen können Kunst schaffen, nur Menschen können schreiben."

Das waren sie, die Fundstücke des Buchblog-Flaneurs aus dem Oktober 2026. Für den November wünsche ich uns viele gemütliche Lesestunden. 

Über den Kaffeehaussitzer

Uwe Kalkowski ist seit über dreißig Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus verschiedenen Perspektiven: Als Buchhändler, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Mitarbeiter verschiedener Verlage. Seit 2019 arbeitet er für den Eichborn Verlag in Köln. Auf seinem privaten Literaturblog Kaffeehaussitzer schreibt er über Bücher und Leseerlebnisse. Als Buchblog-Flaneur stellt er monatlich zehn Fundstücke aus der Welt der Literaturblogs vor.