Mit ihrem Text "Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa" überzeugte Simone Scharbert die Jurymitglieder Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag), Sieglinde Geisel (Literaturkritikerin), Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Natascha Huber (Booktuberin, @booksandpoets) und Philipp Theisohn (Universität Zürich). Ihre Wahl begründeten die Jurymitglieder mit folgenden Worten:
"Geschichte erzählbar machen – das war W. G. Sebalds literarisches Anliegen. Simone Scharbert erzählt im Wechsel vom sterbenden Vater im Jetzt und von Margarethe, die 1942 in einem KZ einsitzt. In ihrer 'Kammerprosa' gelingt es ihr, den Holocaust nicht nur ein weiteres Mal zu erzählen, sondern dieses Erzählen zu erneuern: einerseits durch die virtuose Verschränkung der beiden so unterschiedlich bedingten Grenzerfahrungen, andererseits durch ihre schöpferische und zugleich mikroskopisch präzise Sprache."
Bei "Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa" handelt es sich um einen Teil eines im Entstehen begriffenen größeren Prosatextes von Simone Scharbert. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Deutschen Sebald Gesellschaft e.V. zusammen mit den Städten Kempten (Allgäu) und Sonthofen vergeben und würdigt die Auseinandersetzung mit Motiven, die im Lebenswerk des im Allgäu geborenen und in England verstorbenen Schriftstellers W. G. Sebald zentral waren.