Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagt in einer Mitteilung: "Was wir derzeit im Buchmarkt beobachten, spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Kompetenzmessung wider. Rückläufige Buchkäufe unter Jugendlichen und die schwachen PISA-Ergebnisse zur Lesekompetenz sind parallele Entwicklungen, die auf ein gemeinsames zugrundeliegendes Problem aufmerksam machen: Viele junge Menschen in Deutschland erreichen beim Lesen nicht das Kompetenzniveau, das sie für eine selbstbestimmte Teilhabe an Bildung und Gesellschaft benötigen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Digitale, visuelle Medien, eine Flut an Streaming-Angeboten und der rapide zunehmende Einsatz von generativer KI verändern die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und wirken mit fehlender früher Leseförderung verheerend zusammen. Klar ist aber auch: Lesekompetenz ist in Deutschland nicht nur eine Frage der Vorlieben oder Begabung Einzelner, sondern sie schwächelt strukturell und ist nach wie vor auch ganz eklatant mit sozialer Herkunft verbunden."
Die Krise treffe daher nicht alle gleichermaßen. Wiederkehrend seien es Kinder aus sozial schwächeren Familien, die bei PISA deutlich schlechter abschnitten, so Guggolz weiter: "Wer früh den Anschluss verliert, gewinnt ihn auch auf Dauer nicht, mit Folgen für Ausbildungsfähigkeit, Arbeitsmarktchancen sowie gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe. Die Branche engagiert sich seit Jahrzehnten unermüdlich in der Leseförderung, doch zivilgesellschaftliches Engagement kann politisches Handeln nicht ersetzen. Wir haben keine Zeit mehr für weitere Bestandsaufnahmen, jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln."