So begründet der Stiftungsrat seine Preisträgerwahl

"Er verteidigt die Opfer"

11. Oktober 2026
Redaktion Börsenblatt

Warum bekommt Philippe Sands den Friedenspreis? Was zeichnet sein Werk aus? Lesen Sie hier den Text der Urkunde.

Philippe Sands und Sebastian Guggolz

Friedenspreisträger Philippe Sands (l.) und Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins

Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
verleiht der Börsenverein im Jahr 2026 an

Philippe Sands

Als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit setzt sich der französisch-britische Jurist und Schriftsteller für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein. 

Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeigt entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen "Genozid" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" stehen.

In seinem literarischen Werk, das mit erzählerischer Brillanz ebenso überzeugt wie mit historischer Tiefe, blickt Philippe Sands sowohl auf die Motive der Täter als auch auf das Leid und die Leben der Opfer. Durch seine abgewogene und immer empathische Darstellung erhalten sie eine Stimme und erfahren Respekt. 

Die universellen Rechte jedes einzelnen Menschen stehen im Mittelpunkt seiner juristischen Tätigkeit, in der er die Opfer von Kriegsverbrechen und Rassismus, Folter und kolonialem Unrecht verteidigt. Das Bestreben, Ökozid als Straftatbestand beim Internationalen Gerichtshof zu verankern, um die Zerstörung von Ökosystemen unter Strafe stellen zu können, geht ebenfalls auf seine Initiative zurück.

Philippe Sands ist weit mehr als ein Chronist völkerrechtlicher Missstände und Verbrechen: Er ist engagierter Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt.

Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Der Vorsteher
Frankfurt am Main, in der Paulskirche
11. Oktober 2026