Die Fachausschüsse des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kamen am Mittwoch zu ihrer Frühjahrstagung im Haus des Buches in Frankfurt am Main zusammen. Die Spartenvertretungen des Sortimentsbuchhandels, der Verlage und des Zwischenbuchhandels diskutierten zuerst in einer gemeinsamen Sitzung und im Anschluss getrennt aktuelle Fragen aus Verband und Branche.
Ein zentraler Diskussionspunkt der gemeinsamen Sitzung war der Bereich Wirtschaftlichkeit. Seit 2024 erarbeitet eine Task Force des Börsenvereins mit Teilnehmenden aus allen drei Sparten Handlungsmöglichkeiten für die Branche, um dem steigenden Kostendruck und der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu begegnen. Zwei Aspekte dieser Arbeit standen bei der Sitzung im Zentrum:
Zum einen wurden die Ergebnisse der dritten Analyse der Absatz- und Preisentwicklung von Novitäten vs. Backlist vorgestellt. Damit liegen nun schon drei Jahre in Folge aufschlussreiche Zahlen vor. Mitglieder können die Ergebnisse von Media Control exklusiv unter www.boersenverein.de/backlist abrufen.
Eine neue Untergruppe der Taskforce Wirtschaftlichkeit, "Angebote an den Handel", arbeitet derzeit an Vorschlägen für eine Optimierung des Remissionswesens. In der Sitzung wurden erste Ideen zur Vereinfachung der Remissionsprozesse zwischen Verlagen und Handel vorgestellt. Kernpunkte der Überlegungen sind eine stärkere Bündelung von Abläufen, eine Reduzierung von Genehmigungsverfahren und eine weitgehende Digitalisierung von Prozessen. In der Diskussion zeigte sich, dass das Thema für alle Sparten von großer Relevanz ist. Eine stärkere Digitalisierung wurde einhellig begrüßt, bei weiteren Fragen besteht noch Klärungsbedarf. Die Gruppe wird ihre Ideen weiter ausarbeiten mit dem Ziel, im Laufe des Jahres eine konkrete Empfehlung vorstellen zu können.
Daneben standen weitere Themen auf der Agenda, z.B. die neue Kommunikationsstrategie des Börsenvereins und Überlegungen zur Modernisierung der Verbands- und Gremienstrukturen. Informationen gab es zudem zu aktuellen rechtlichen und politischen Themen wie der Empowering Consumers Richtlinie (EmpCo), dem Preisbindungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof sowie zu laufenden Klagen gegen KI-Plattformen. Künftig tauschen sich Mitglieder der drei Sparten unter Leitung des Berliner Büros vierteljährlich in einem "Soundingboard Compliance in Buchhandelsprozessen" zu relevanten Gesetzgebungs- und Regulationsprozessen aus. Es fungiert als Frühwarnsystem in der Flut von Regulierungsvorhaben.
Sortiments- und Zwischenbuchhandel beschäftigten sich in ihren Einzelsitzungen mit dem Thema E-Rechnungen. Elektronische Rechnungen betreffen ab 2027 alle Unternehmen. Die beiden Ausschüsse bereiten derzeit ein Whitepaper mit Empfehlungen für alle Branchenteilnehmer vor, das in den kommenden Wochen erscheint.
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