Peter Kraus vom Cleff: Weil politische Weichenstellungen selten über Nacht kommen. Sie entstehen aus Debatten, die zunächst unverbindlich wirken. Wer in dieser Phase schweigt, sitzt später am kürzeren Hebel. Und die Argumente, die für Bücher sprechen, sind stark – die müssen auf dem Tisch liegen, solange noch Spielraum ist. Denken Sie an die Bildungslage in Deutschland: Laut IGLU-Studie kann jedes vierte Kind nach der vierten Klasse nicht sinnerfassend lesen, aktuelle UNICEF-Daten zeigen, dass über 40 Prozent der 15-Jährigen Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik verfehlen. Das ist kein Anlass zur Panik – aber ein sehr klarer Anlass, dafür zu sorgen, dass Bücher in der Steuerdiskussion nicht unter die Räder geraten. Was heute noch eine Idee im Feuilleton ist, kann morgen Vorlage für einen Gesetzentwurf sein. Da ist Vorsorge besser als Nachsorge.