Das erste Panel, moderiert von Michael Duderstädt (GEMA), beschäftigte sich mit der Frage, welche Lücken in der KI-Regulierung geschlossen werden müssen. Es diskutierten Dr. Christian Meyer-Seitz (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz), Sven Lehmann (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Carina Mathern (Penguin Random House Verlagsgruppe) und Renate Nikolay. Klagen, wie die von Penguin Random House gegen OpenAI, könnten, so Carina Mathern, vor allem dazu beitragen, Aufmerksamkeit zu schaffen, nicht aber die bestehenden Probleme lösen. Christian Meyer-Seitz fand am letzten Tag seiner Amtszeit nochmal deutliche Worte zur Schutzwürdigkeit kreativer Leistung: Er begrüßte die bisher angestoßenen Klagen; KI als effektive Plagiatsmaschine müsse allerdings strikter durch die Politik reguliert werden, um den Schutz geistigen Eigentums zu garantieren.
Einigkeit des Podiums bestand auch darin, Innovation und die Einhaltung des Urheberrechts nicht gegeneinander auszuspielen. Beides müsse Hand in Hand gehen. Diskutiert wurde das Thema auch aus der Perspektive der Konsument:innen, die vor allem Sven Lehman beleuchtete und betonte, dass Leser:innen wissen wollten, ob und wieviel KI in einem Buch stecke. Im Zuge dessen verwies Carina Mathern auf das Label “Von Menschen geschrieben, gestaltet, geprüft“: eine Initiative von 18 Kinder- und Jugendbuchverlagen, die das Siegel seit Kurzem nutzen, um mehr Vertrauen und Sicherheit zu geben.
Ein zuversichtlicher Ausblick der Diskussion war, dass Europa trotz der rasanten Entwicklungen und der manifesten Gefahren nicht schutzlos ist: Die KI-Verordnung ist bereits stufenweise seit August 2024 in Kraft getreten – die weltweit erste ihrer Art. Sie sei ein Schritt in die richtige Richtung, weitere müssten folgen. Die Mitgliedstaaten seien gut beraten, hier auch deutliche Forderungen im Sinne der Urheber:innen und der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stellen, so Renate Nikolay. Sie hob, in die Zukunft blickend, das Arbeitsprogramm zu KI und Urheberrecht hervor, das im Sommer 2027 vorgestellt werde, und deutete diesbezüglich die Zusammenarbeit mit EU-Kommissar Glenn Micallef an. Der Frankfurter Appell der Verlage wurde vor diesem Hintergrund noch einmal bekräftigt.
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