Landesregierung beschließt 2G-Regel für Einzelhandel

Buchhandel will nicht zur Kontrollinstanz werden

12. Oktober 2021
von Börsenblatt

Der hessische Einzelhandel bekommt ab Donnerstag, 14. Oktober, die Möglichkeit, nur noch Geimpfte oder Genesene in den Laden zu lassen (2G-Option). Der Buchhandel will die Kann-Regelung nicht umsetzen - so jedenfalls das Meinungsbild einer Facebook-Umfrage. 

Einzelhändler können wählen, ob sie ihre Kundschaft nach der 2G- oder 3G-Regel bedienen möchten 

Gleichzeitig wurde die bestehende Coronavirus-Schutzverordnung bis zum 7. November verlängert. Das teilte die Hessische Landesregierung auf ihrer Presseseite mit. „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden. Das heißt dann aber auch, dass ohne 2G weiter die Abstands- und die Maskenpflicht gelten“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. 

Der Buchhandel will von der neuen Option offenbar keinen Gebrauch machen: "In unserem Geschäft bleibt es beim Tragen von Masken, dem eingeschränkten Zugang und der Bitte um die Einhaltung von Abständen", informiert Sandra Corell, Rathaus-Buchhandlung, Bruchköbel, ihre Kunden über WhatsApp. Vom Team seien alle geimpft, man respektiere jedoch andere Entscheidungen und werde niemandem den Zutritt untersagen. Ihre Kundeninformation erhielt viel Zuspruch: "Auch ich werde diese Kann-Regelung nicht umsetzen, auch wenn ich die Impfungen für immens wichtig halte. Sandra Corell hat es exakt so dargestellt, wie ich es empfinde", schreibt etwa Lucia Bornhofen, Buchhandlung Bornhofen, Gernsheim. 

"Ich werde mich immer über jeden Kunden freuen und der Impfstatus ist privat", sagt Romy Weber, Buchhandlung Bötzowbuch, Berlin.

2G-Option für geschlossene Veranstaltungen in der Buchhandlung

Auch Buchhandlungen aus anderen Bundesländern haben sich an der Diskussion beteiligt: "Ich werde mich immer über jeden Kunden freuen und der Impfstatus ist privat", sagt Romy Weber, Buchhandlung Bötzowbuch, Berlin. Nicht nur, dass Kontrollen im Weihnachtsgeschäft schwierig werden dürften, möchte Sandra Hermsteiner, Straelener Buchhaus, Straelen, nicht den Impfstatus ihrer Kunden kontrollieren müssen, wenn sie rein rechtlich nicht einmal ihr Team dazu befragen darf. "Nennt mich leichtsinnig, aber 'Jeder darf rein, solange er/sie nur Maske trägt' erscheint mir deutlich sinnvoller als eine Rückkehr zum 'Einlass nur mit Nachweis', wie im Winter und Frühjahr, meint Markus Pfeffer, Weltflucht-Comicladen, Bochum.  

Begrüßt wird die 2G-Option für besondere Veranstaltungen für definierte Kundenkreise, wie  "Einschließen und Genießen in der Buchhandlung".