Einzelhandelsbranchen im Vergleich

Der Buchhandel sticht heraus

10. Dezember 2020
von Christina Schulte

Rund 500 Unternehmen befragt der Einzelhandelsverband HDE seit der ersten Novemberwoche in seiner wöchentlichen Trendumfrage zu den Auswirkungen der Pandemiebeschränkungen.

Im nächsten Jahr haben die Deutschen mehr Geld fürs Einkaufen als im Corona-Jahr.

Ergänzt um das wöchentliche Adventspanel von Media Control, das in der Kalenderwoche 48 begonnen hat, lässt sich erkennen, wie erfolgreich Bücher im Lockdown light verkauft werden.

Während andere Segmente wie Bekleidung zwischen 43 Prozent und 34 Prozent ihrer Umsätze eingebüßt haben, konnte der Buchhandel über alle Absatzkanäle hinweg sowohl in der Kalenderwoche 48 als auch in der Kalenderwoche 49 mit zweistelligen Umsatzsteigerungen aufwarten. In der KW 48 lagen die Einnahmen 14,2 Prozent über der Vorjahreswoche, in der KW 49 waren es 10,4 Prozent. Das stationäre Sortiment für sich betrachtet kam auf ein Plus von 12,3 Prozent in KW 48 und 5,5 Prozent in KW 49. Kein anderer Einzelhandelsbereich hat bisher solch eine Performance vorgelegt.

Nur Elektronik kann mithalten

Spielwaren, wie Bücher im Weihnachtsgeschäft traditionell besonders gern gekauft, haben in der Kalenderwoche 48 immerhin ein Plus von zwei Prozent eingefahren, in der ersten Dezemberwoche fiel aber schon wieder ein leichtes Minus in einprozentiger Höhe an. Der einzige weiterer Kandidat mit einem mehr als zehnprozentiges Plus ist die Elektronik, die in der ersten Dezemberwoche um elf Prozent zugelegt hat, nachdem in den Vorwochen rote Zahlen zu verzeichnen waren.

 

Ablesen lässt sich anhand der Umfrage auch die Situation des Innenstadthandels, der in den letzten Wochen stark unter Frequenzeinbrüchen gelitten hat. Allerdings entspannt sich die Lage in den Innenstädten offenbar etwas, je weiter es auf Weihnachten zugeht. Lagen die Umsätze im den ersten beiden Novemberwochen noch 35 Prozent unter Vorjahr, waren es in der ersten Dezemberwoche noch 17 Prozent.