Auf ihre Reiseabteilung möchte auch Julia Hacker in Berlin nicht verzichten. In ihren jeweils knapp 80 Quadratmeter großen Läden – Hacker & Presting in Charlottenburg und der Akazienbuchhandlung in Schöneberg – hat sie je ein Regal mit Reiseliteratur bestückt. "Auch wenn wir keine große Auswahl präsentieren können, halten wir an der Abteilung fest, denn sie steht für unsere Beratungskompetenz und Sortimentsvielfalt. Wenn wir keine Reisebücher hätten, würde sie auch niemand mehr bei uns bestellen." Wer bei seiner Reiseplanung die gewünschte Destination nicht im Regal findet, komme eben am nächsten Tag noch mal vorbei, um den bestellten Titel abzuholen. So verbindet die Kiezbuchhandlung auf kleiner Fläche Beratung und schnelle Verfügbarkeit.
Klassische Reiseführer etwa von Marco Polo oder Baedeker seien heute trotz ihrer Aktualität weniger gefragt, beobachtet Hacker. Ein Grund dafür sei die restriktive Gepäckpolitik vieler Fluggesellschaften. Gefragt seien stattdessen Inspirationsformate wie die Bände der "SZ"-Edition Mein perfektes Wochenende zu Städten wie München, Wien und Hamburg. Bildbände wie "Wien wie es keiner kennt" (Midas) und "Charming Frankreich" (teNeues) weckten die Vorfreude auf die nächste Reise, so Hacker. Sie seien auch beliebte Geschenke, vor allem, wenn sie Reisen und Kulinarik verbinden wie "Il Gusto d’Italia" (Prestel) oder "Blutorangen. Eine Reise zu den Zitrusfrüchten Italiens" (Wagenbach). Das Reiseregal nutzt Julia Hacker zudem strategisch, um Sachbücher wie Thomas Steinfelds "Italien. Porträt eines fremden Landes" (Rowohlt Berlin) sichtbar zu machen. So wird die Abteilung zur Inspirationsfläche weit über den klassischen Reiseführer hinaus.