Weltbild gibt weitere Filialen ab

Hugendubel übernimmt Weltbild-Flächen

15. November 2021
von Börsenblatt

Hugendubel tritt ab dem 22. November in acht Mietverträge von Weltbild-Filialen ein. Der erste Verkaufstag unter Hugendubel wird der 27. November sein, teilt der Münchner Filialist mit. Bereits im Juli hatte Weltbild den Verkauf von zehn Filialen an Thalia gemeldet. Jetzt schrumpft das Filialnetz weiter.

Hugendubel wird seiner Mitteilung zufolge die bisherigen Weltbild-Filialen in Erding, Fürstenfeldbruck, Landau, Lindau, Mühldorf, Unna, Weimar und Wernigerode übernehmen. An keinem dieser Standorte ist Hugendubel bisher vertreten. Allen MitarbeiterInnen vor Ort wurde ein Angebot für eine Weiterbeschäftigung unter Hugendubel gemacht, teilen die Münchner mit.

Christian Sailer, CEO der Weltbild D2C Group, sagt: "Mit Hugendubel haben wir ein Unternehmen gefunden, das diesen Filialen eine gute Zukunft in einem starken Netzwerk verspricht und mit dem Weltbild schon seit Jahrzehnten in enger Verbindung steht. Wir haben in der Pandemie gesehen, dass sich der Wandel zum Onlinehandel noch mehr beschleunigt und setzen daher verstärkt auf den Ausbau von Weltbild als E-Commerce- Plattform. Schon jetzt erzielen wir mehr als 90 Prozent des Umsatzes über unsere Onlineshops und digitale Produkte und Services." Zugleich sollen Filialen weiterhin integraler Bestandteil des Multichannel-Geschäftsmodells von Weltbild bleiben und dabei künftig stärker als Showroom für die Marke fungieren.

Nina Hugendubel

CEO Christian Sailer

Nina Hugendubel, geschäftsführende Gesellschafterin der Buchhandlung Hugendubel, sagt: "Wir wollen da sein, wo unsere Kunden sind. Das meinen wir sehr ernst. Deswegen erweitern wir unsere Kanäle nicht nur digital und online, sondern auch im Einzelhandel vor Ort. Die neuen Standorte ergänzen unser stationäres Netz optimal. Wir sprechen auf den neuen Flächen den Kunden mit einem attraktiven und perfekt auf die Zielgruppe abgestimmten Sortiment und Vertriebskonzept an und wollen so die Kundenbindung erhöhen."

Ziel sei es, schon im Weihnachtsgeschäft 2021 unter der Marke Hugendubel zu verkaufen. Dazu verfüge Hugendubel über ideale Voraussetzungen: Man habe in den letzten Jahren erfolgreich seine Vertriebsmodelle diversifiziert und kleinere Auftritte und Shop-in-Shops gelauncht, "so dass die neuen Filialen jetzt schnell eingebunden werden können".

Der typische Schwerpunkt auf das Lesen soll in den neuen Filialen deutlich herausgestellt werden: Belletristik und Kinderbücher werden den meisten Raum einnehmen, auch Mangas und teilweise englischsprachige Bücher wird es im Angebot geben. Darüber hinaus werden die Sitzgelegenheiten ausgeweitet. Weltbild habe die Filialen abgegeben, weil die Frequenzen und der Umsatz (auch coronabedingt) nicht mehr zufriedenstellend gewesen seien. Hugendubel mit seinem Schwerpunkt auf Buch und Lesen sieht Potenzial an den Standorten, man habe schon gute Erfahrungen in kleineren Städten gemacht, so die Münchner auf Anfrage.

Im Juli hatte die Weltbild D2C Group den Verkauf von zehn Filialen an Thalia bekannt gegeben, siehe Börsenblatt online:

Nach dem Verkaufstermin an Thalia im Oktober verfügte Weltbild noch über ein Netz von rund 50 Filialen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Jetzt fallen acht weitere weg, bleiben also 42.