Postalgie
Postfilialen sind so selten geworden wie Metzger; Shop-in-Shop ist angesagt. Wäre das was für seinen Buchladen? Das fragt sich unser Kolumnist Matthias Mayer.
Matthias Mayer ist Buchhändler in Langenselbold.
Postfilialen sind so selten geworden wie Metzger; Shop-in-Shop ist angesagt. Wäre das was für seinen Buchladen? Das fragt sich unser Kolumnist Matthias Mayer.
Matthias Mayer ist Buchhändler in Langenselbold.
Als ich klein war, hatten wir noch eine Post. Also ein richtiges Gebäude auf einem richtigen Grundstück, mit Postautos, die dahinter geparkt haben. Befestigte Drehhocker gab es sonst in keinem einzigen Geschäft meiner Kindheit und auch keine Schwämmchenhalter, deren kratziger Spezialgrobporenschwamm mit einer mysteriösen Briefmarkenbefeuchteflüssigkeit gefüllt war. Sicherlich Wasser, denke ich heute. Aber als Kind dachte ich nur: Das gibt es nur hier! Im Eingang hing immer ein Poster mit Fahndungsfotos aktueller deutscher Terroristen! Das hing nirgends sonst. Nicht beim Friseur, nicht beim Metzger. Unsere Post war eines der allerersten Gebäude im Ort mit einer Rampe für Rollstühle. Wir Kinder durchrannten die gewaltige Betonserpentine in ihrer vollen Länge, während Mama die vier Treppenstufen zum Fahndungsfoto raufging.
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