Millionenumsatz ohne Bleibe
Wie konnte es zur Stein-Insolvenz kommen und wie geht es nach dem Übernahmeangebot durch Lehmanns / Thalia weiter? Darüber wird jetzt viel spekuliert.
Ungewisse Zukunft: A. Stein’sche Buchhandlung in Werl.
Wie konnte es zur Stein-Insolvenz kommen und wie geht es nach dem Übernahmeangebot durch Lehmanns / Thalia weiter? Darüber wird jetzt viel spekuliert.
Ungewisse Zukunft: A. Stein’sche Buchhandlung in Werl.
Bislang war es ein turbulenter Herbst im westfälischen Werl. Am 17. September beantragte die A. Steinʼsche Buchhandlung Insolvenz – kein kleiner Fisch, 80 Mitarbeiter sind betroffen. Schnell war klar, dass es nicht dabei bleiben würde und auch das Mutterhaus, die Mediengruppe Stein – zweitgrößter Fachmedienhändler Deutschlands mit insgesamt 250 Angestellten –, in Schieflage geraten ist. Anfang Oktober reichte sie ihren Antrag auf Insolvenzeröffnung ein, nach und nach folgten die 18 Tochtergesellschaften. Viele von ihnen sind renommierte Unternehmen und Dienstleister, die Stein erst in den vergangenen Jahren gekauft hatte. Und die nun mit am Abgrund stehen. Darunter Solon, Delbanco, Massmann, Albert Müller.
"Das nahezu ungebremste Wachstum war stets hinterfragbar", schrieb Jörg Pieper, Head of Content Acquisition / Publisher Relations beim Schweizer Knowledge-Management-Tech-Start-up Get More Brain in einem Leserkommentar an das Börsenblatt. Nur habe das "öffentlich niemand getan". Nun herrsche "massive Verunsicherung im Markt. Bundesministerien erhalten derzeit keine abonnierten Printprodukte mehr, Bibliotheken suchen neue Lieferanten zur Erfüllung verschiedener Dienstleistungen, Verlage müssen sehen, wie sie Bestandsabonnements aktiv halten. Rund 100 Mio. Euro Umsatz suchen gerade eine neue Bleibe bzw. stehen zur Disposition."